Ein Landarzt im Einsatz (Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa)

112 Bewerber für Studienplatz mit Landarztquote

mit Informationen von Nelly Theobald   08.06.2020 | 19:54 Uhr

112 Menschen haben sich für einen Medizinstudienplatz im Saarland im Rahmen der Landarztquote beworben. Das hat das Gesundheitsministerium auf SR-Anfrage mitgeteilt. Die Bewerbungsfrist ist am 4. Juni zu Ende gegangen.

Vom 21. Mai bis 4. Juni konnten sich Interessenten über ein Online-Portal auf einen Studienplatz für zukünftige Landärzte im Saarland bewerben. Die 112 Bewerber werden nun geprüft.

Durch das neue Landarztquotengesetz sollen bis zu 7,8 Prozent der Studienplätze für Humanmedizin vorab an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und einer entsprechenden Facharztausbildung zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten ländlichen Regionen im Saarland tätig zu sein.

250.000 Euro Vertragsstrafe

Im Wintersemester 2020/2021 soll es 22 dieser Studienplätze an der Universität des Saarlandes geben. Vergabekriterien für die Studienplätze sind die Abiturnote, eine einschlägige Berufsausbildung, der Medizinertest sowie ein strukturiertes Auswahlgespräch. Wer einen der Plätze erhalten hat und sich nach Beendigung des Studiums doch gegen die Arbeit im Saarland entscheidet, muss eine Vertragsstrafe in Höhe von bis zu 250.000 Euro zahlen. Für das Auswahlverfahren ist das Landesamt für Soziales zuständig.

Mehr als 70 offene Sitze

Von den rund 665 niedergelassenen Hausärzten im Saarland haben nach Auskunft des Gesundheitsministeriums fast 38 Prozent das 60. Lebensjahr überschritten. Im vergangenen Jahr seien 23 Hausärzte in Ruhestand gegangen. 16 neue Anerkennungen seien erteilt worden. Insgesamt gebe es derzeit über 70 offene Hausarztsitze im Saarland. Das Landarztquotengesetz soll diese Entwicklung unterbrechen und Engpässe in der hausärztlichen Versorgung verhindern.

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" am 08.06.2020 im SR Fernsehen berichtet.

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