Dosen des Corona Impfstoffes von Biontech liegen in einer Box. (Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat)

100.000 Impfdosen im Saarland auf Lager

Christian Leistenschneider / mit Informationen von Nelly Theobald   08.04.2021 | 21:16 Uhr

Das Saarland muss die Auslastung seiner Impfzentren erhöhen, um die vorhandenen Corona-Impfstoffe zum Einsatz zu bringen. Nach einer Sonderlieferung von Biontech lagern rund 100.000 Dosen im Kühlraum. In den Impfzentren wird das Tempo jetzt erhöht.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hat das Saarland 311.040 Corona-Impfstoffdosen geliefert bekommen, aber nur 203.340 Impfungen durchgeführt (Stand 07.04.2021). Das entspricht einer Quote von 65,4 Prozent und ist bundesweit der niedrigste Wert. Der Bundesschnitt liegt bei 78,4 Prozent, den höchsten Wert hat Bremen mit einer Quote von 90,4 Prozent.

Video [aktueller bericht, 08.04.2021, Länge: 2:41 Min.]
100.000 Impfdosen im Saarland auf Lager

Der Grund für die große Menge an gelagertem und noch nicht eingesetztem Impfstoff ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine umfangreiche Sonderlieferung. Das Saarland hatte wegen seiner Grenzlage zum Virusvariantengebiete Moselle Ende März 81.900 zusätzliche Dosen des Herstellers Biontech erhalten. Ohne dieses Sonderkontingent läge die Quote bei 80 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt, so das Ministerium.  

Impfliste soll bald für Priogruppe 3 geöffnet werden

Um das Sonderkontingent zügig zum Einsatz zu bringen, würden unter anderem die Impfzentren die Auslastung kurzfristig auf 120 Prozent steigern. Nach rund zwei Wochen soll die Auslastung wieder etwas sinken, das Sonderkontingent soll dann verimpft sein. Die Hälfte der Dosen werde allerdings für die Zweitimfpung zurückgehalten.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Saarland hätte es nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Joachim Meiser zwar gerne gesehen, wenn ein Teil des Sonderkontingents auch an die Hausarztpraxen gegangen werde. Das sei aber schwierig und nicht innerhalb weniger Tage zu lösen gewesen. Grund ist vor allem die Einspeisung des Biontech-Impfstoffs aus dem Landesdepot in die Zulieferketten des Pharmagroßhandels mit seinen zahlreichen Beteiligten, da die Kühlkette mit -70°C eingehalten werden muss. Außerdem, so Meiser, laufe die Abrechnung für den Impfstoff auf zwei völlig getrennten Wegen.

In den kommenden Wochen sollen nach Ministeriumsangaben nach jetzigem Stand nur rund 27.000 Impfdosen pro Woche ins Saarland geliefert werden.

Sonderimpfung mit AstraZeneca

Im Fall von AstraZeneca sollen 14.000 vorhandene Dosen des Impfstoffes bei Sonderimpfungen an Mitglieder von Hilfsorganisationen verimpft werden - auf freiwilliger Basis.

Das Gesundheitsministerium teilte außerdem mit, dass die Öffnung der Anmeldung für Impfberechtigte nach der Priorität drei in den nächsten drei Wochen geplant sei. Es bleibe realistisch, dass jeder Saarländerin und jedem Saarländer bis Ende September ein Impfangebot gemacht werden könne.

Ob im Saarland in absehbarer Zukunft auch der russische Impfstoff Sputnik V zum Einsatz kommen soll, wie es Bayern derzeit plant, dazu wollte sich das Gesundheitsministerium auf Nachfrage nicht äußern.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 08.04.2021 berichtet.

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