Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

Zwölf Jahre Haft wegen Kindesmissbrauchs

mit Informationen mit Thomas Gerber   18.12.2019 | 15:55 Uhr

Vor dem Saarbrücker Landgericht ist ein Busfahrer aus Saarwellingen wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Eine anschließende Sicherungsverwahrung ist möglich. Der Busfahrer hatte vier Kinder mit Behinderung jahrelang sexuell missbraucht.

Das Gericht sprach den Angeklagten am Mittwoch in 100 Fällen des Kindesmissbrauchs schuldig. Mit dem Urteil gehen die Richter über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß von elf Jahren hinaus. „Die Taten sprechen für sich“, erklärte der Vorsitzende Richter zu Beginn seines Urteils. Die Schwere der Vergehen habe für die relativ hohe Strafe gesprochen.

Video [aktueller bericht, 18.12.2019, Länge: 3:33 Min.]
Verurteilung eines Busfahrers wegen Kindesmissbrauchs

Die Opfer sind vier Mädchen aus einem integrativen Kindergarten in Saarwellingen. Mehr als drei Jahre hatte sich der 71-Jährige insbesondere an zwei kleinen Mädchen, einem Geschwisterpaar, vergangen. Die Übergriffe wurden entlang der Zeitachse immer häufiger und heftiger. Die Mädchen waren anfänglich gerade einmal drei Jahre alt.

Taten gefilmt und fotografiert

Kollegengespräch: "Möglicherweise sitzt er bis zu seinem Lebensende im Gefängnis"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Gerd Heger/Thomas Gerber, 18.12.2019, Länge: 03:25 Min.]
Kollegengespräch: "Möglicherweise sitzt er bis zu seinem Lebensende im Gefängnis"

Der Angeklagte sitzt seit Juni in Untersuchungshaft. Er hatte die schweren Missbrauchsvorwürfe, die bis hin zur Vergewaltigung der Kinder reichen, eingeräumt.

Der 71-Jährige flog auf, weil er seine Taten filmte und fotografierte und die Aufnahmen zufällig in die Hände der Eltern gelangten. Er hatte die Kinder bei seiner Tätigkeit als Fahrer für den Transport zu einem integrativen Kindergarten der Lebenshilfe kennengelernt, sich dann als Ersatzopa das Vertrauen der Eltern erschlichen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 18.12.2019 berichtet.

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