Polizei (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Ermittlungen wegen Nunkircher Raketen

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   06.03.2019 | 12:54 Uhr

Nach einem Zwischenfall mit Feuerwerkskörpern auf dem Nachtumzug am Samstag in Wadern-Nunkirchen hat die Polizei nun doch Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung aufgenommen. Zunächst hieß es, dass es sich um ein "Versehen" gehandelt habe. Inzwischen aber liegen laut Polizei Zeugenaussagen vor, wonach zwei Batterien mit Silvester-Raketen absichtlich gezündet worden sein sollen.

An die 10.000 Zuschauer säumten die engen Straßen in Nunkirchen, als sich kurz vor 21.00 Uhr plötzlich Raketen und Böller selbständig machten. Mehrere Personen wurden getroffen und leicht verletzt, Kleidungsstücke und Kostüme durch Brandlöcher beschädigt. Sanitäter kümmerten sich um die Betroffenen, die Polizei stellte die Personalien von circa 50 Personen fest.

Zu den Detonationen war es unmittelbar hinter dem Wagen mit den Honoratioren gekommen. Vernehmungen haben zwischenzeitlich ergeben, dass die beiden Feuerwerksbatterien möglicherweise mit Absicht gezündet worden waren.

Verdächtiger ermittelt

Ein 50-jähriger Nunkircher konnte als Verdächtiger ermittelt werden. Er ist unbescholten, war zur Tatzeit kostümiert und stark alkoholisiert. Grundsätzlich war das Feuerwerk von der Ortspolizeibehörde zwar genehmigt worden, allerdings nur durch Feuerwerker einer Fachfirma, die sich nicht auf dem fraglichen Wagen befanden.

Dort hatte bis zu dem Zwischenfall auch der Schirmherr, Umweltminister Reinhold Jost (SPD), als Huhn verkleidet geschunkelt. Nicht nur Jost soll laut Zeugenaussagen nach dem Zwischenfall der Schreck ordentlich in die Knochen gefahren sein. Die Waderner Ortspolizeibehörde, die das Feuerwerk bislang immer erlaubt hatte, will ihre Genehmigungspraxis für die kommende Session nun überdenken. Der dann 15. Nunkircher Nachtexpress wird also vermutlich ohne Böller stattfinden.

Über dieses Thema berichtet auch die SR 3 Rundschau vom 06.03.2019.

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