Gebäude der HNO-Klinik, Uni Homburg (Foto: SR)

Zwei weitere Verdachtsfälle werden untersucht

Thomas Gerber   22.11.2019 | 18:26 Uhr

Im mutmaßlichen Missbrauchsskandal in der HNO-Abteilung wird die Uniklinik Homburg der Staatsanwaltschaft zwei weitere Verdachtsfälle melden. Das wurde am Freitag bei einem Treffen zwischen dem ärztlichen Klinik-Direktor Wolfgang Reith und dem Chef der Staatskanzlei Henrik Eitel bekannt.

Der eine Verdachtsfall ist demnach bei interner Durchsicht der Krankenakten aufgefallen. Der zweite Fall basiere auf dem Anruf einer Mutter, heißt es. In beiden Fällen seien die Indizien für einen möglichen Missbrauch allerdings äußerst vage. Staatssekretär Henrik Eitel sagte dem SR, in der jetzigen Situation müsse aber für absolute Transparenz gesorgt werden. Deshalb würden die beiden Vorgänge zur abschließenden Überprüfung an die Staatsanwaltschaft weitergereicht. Damit würde sich die Zahl der dort im Rahmen der Ermittlungen überprüften Fälle auf insgesamt fünf erhöhen.

Neues Krisenmanagement an UKS

Eitel kündigte ein neues Krisenmanagement für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch für sämtliche Einrichtungen der Uniklinik an. Demnach soll die Uniklinik zukünftig Vorgänge extern überprüfen lassen, bei denen sie selbst zum Ergebnis kommt, dass kein Missbrauch vorgelegen hat. Als externe Prüfstelle soll der Berufsverband der Kinderärzte eingeschaltet werden.

Wenn ein Missbrauch nicht eindeutig ausgeschlossen werden könne, müsse die Uniklinik zukünftig in jedem Fall die Staatsanwaltschaft einschalten und Strafanzeige erstatten. Der Aufsichtsrat der Uniklinik soll sich kommende Woche mit dem Thema befassen und das neue Leitbild zum Umgang mit Verdachtsfällen verabschieden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 22.11.2019 berichtet.

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