Symbolbild: Uni Saar Eingang (Foto: SR / Felix Schneider)

Zwei Informatikerinnen mit Mint-Award ausgezeichnet

  06.07.2020 | 17:34 Uhr

Die Saarbrücker Informatikerinnen Marlene Böhmer und Noshaba Cheema sind für ihre Forschungsergebnisse mit dem Frauen MINT-Award ausgezeichnet worden. Wie die Universität des Saarlandes mitteilte, haben sie Bedienelemente in Industrieanlagen und Übertragungswege für Drohnenvideos untersucht.

Noshaba Cheema: "Ich finde, die Informatik ist nur ein Mittel zum Zweck"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 07.07.2020, Länge: 03:16 Min.]
Noshaba Cheema: "Ich finde, die Informatik ist nur ein Mittel zum Zweck"

Marlene Böhmer hat sogenannte cyber-physikalische Netzwerke untersucht, also Systeme, bei denen mechanische und elektronische Komponenten eng mit informatischen Bestandteilen und Software zusammenarbeiten. Ein Beispiel dafür sind Flugdrohnen, die Videodaten in Echtzeit auf Endgeräte übertragen oder über Sensoren ihre eigene Position im Raum berechnen.

„Zurzeit gibt es dabei viele verschiedene Netzwerkschnittstellen und Kommunikationsprotokolle, da jeder Hersteller seinen eigenen Ansatz verfolgt", so Böhmer. "Besser wäre aber eine herstellerübergreifende Lösung." In ihrer Masterarbeit erforschte sie solch einen universellen Ansatz und wurde dafür mit dem Frauen-MINT-Award in der Kategorie „Netze der Zukunft“ ausgezeichnet.

Auszeichnung im Bereich Simulierte Realität

Die zweite Informatikerin, die eine Auszeichnung erhielt, ist Noshaba Cheema, die an der Universität des Saarlandes promoviert und im Forschungsbereich Agenten und Simulierte Realität am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und dem Max-Planck-Institut für Informatik forscht.

Marlene Böhmer, Informatik-Absolventin der Universität des Saarlandes (Foto: privat/Pressebild)
Marlene Böhmer

Sie erhielt den Preis in der Kategorie "Artificial Intelligence". Die Informatikerin hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sie die Ermüdung eines Menschen simulieren kann, während er mit ausgestreckten Armen ein Gerät bedient. Dabei arbeitet sie mit virtuellen Agenten, also vom Computer generierten Menschen. Dadurch können reale menschliche Ermüdungsdaten vorhergesagt werden, ohne dass man aufwändig menschliche Bewegungsdaten sammeln muss.

Die beiden Preisträgerinnen setzten sich in ihren Kategorien gegen 150 Konkurrentinnen durch. Als Preisgeld erhalten sie je 500 Euro. Der Frauen MINT-Award wird von der Deutschen Telekom unterstüzt und seit 2014 verliehen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja