Eurobanknoten liegen auf einem Tisch (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Justiz verteilt 870.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen

Caroline Uhl   18.04.2022 | 08:53 Uhr

Die saarländische Justiz hat im vergangenen Jahr aus ihrem Bußgeld-Topf rund 870.000 Euro an gemeinnützige Organisationen verteilt. Wie das Justiz-Ministerium auf SR-Anfrage mitteilte, haben über 130 verschiedene Einrichtungen Geld erhalten – manche nur einige hundert Euro, andere eine fünf- oder sogar sechsstellige Summe.

Das Geld, das Staatsanwaltschaft und Gerichte jährlich verteilen, kommt zusammen, wenn Ermittlungs- oder Strafverfahren gegen die Zahlung eines Bußgelds eingestellt werden.

Profitieren davon sollen vor allem Einrichtungen der Opferhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe und Organisationen, die straffällig Gewordenen bei der Rückkehr in ein normales Leben helfen. Ein geringerer Teil fließt jedes Jahr auch in die Staatskasse.

Kleinerer Anteil für den Staat

2021 kamen so insgesamt 1,2 Millionen Euro zusammen: 320.000 Euro flossen an den Staat, 870.000 Euro gingen an gemeinnützige Organisationen. Nur einmal in den vergangenen Jahren wurde aus dem Bußgeld-Topf noch mehr Geld an Gemeinnützige ausgeschüttet: Im Rekordjahr 2020 hatten die Justiz-Behörden 1,3 Millionen Euro an gemeinnützige Einrichtungen gegeben.

Nach SR-Informationen lag der Grund für diesen Ausreißer vor allem in den Verfahren rund um den Landessportverband begründet. Ein Großteil dieser Verfahren war 2020 abgeschlossen worden. Insgesamt waren in dem Zusammenhang  Bußgelder in Höhe von mehr als einer halben Million Euro verhängt worden.

Top 3 Bezieher

Die mit Abstand höchste Summe bekam 2021 – wie auch in den Vorjahren – der Verein zur Förderung der Bewährungs- und Jugendgerichtshilfe im Saarland (192.764,78 Euro), gefolgt von der Jugendwerkstatt Saarlouis (37.728,39 Euro) und den AWO-Frauenhäusern (35.777,87 Euro).

Insgesamt hatten im vergangenen Jahr 133 verschiedene gemeinnützige Organisationen Zuwendungen von den Justiz-Behörden erhalten.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 18.04.2022.

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