Ein Mann beißt in einen Burger. (Foto: picture alliance/dpa | Friso Gentsch)

Mehr Fälle von Binge-Eating durch Corona-Pandemie

Patrick Wiermer   20.05.2022 | 08:15 Uhr

Durch die Corona-Pandemie hat das sogenannte "Binge-Eating" im Saarland stark zugenommen. Darauf deuten aktuelle Zahlen der Krankenkasse IKK Südwest hin. Beim Binge-Eating wird zu oft und vor allem zu viel Nahrung aufgenommen.

Essen, wenn man schon längst satt ist, auch um negative Gefühle zu überdecken - So lässt sich Binge-Eating, das sich mit Gelage übersetzen lässt, kurz definieren.

Anstieg um rund 50 Prozent im Saarland

Die Zahl der ärztlichen Diagnosen dieser Krankheit stieg von 2019 auf 2020 im Saarland um rund 50, in Rheinland-Pfalz um 60 und in Hessen sogar um rund 80 Prozent an. Betroffen sind vor allem Frauen, aber auch immer mehr Männer.

Beschleunigt wurde die Entwicklung laut der Krankenkasse IKK Südwest durch den ungesunden Lebensstil in der Corona-Zeit. Wenig Bewegung, mehr Zeit zuhause, dazu mehr Stress und immer verfügbare kalorienreiche Fertignahrung.

Binge-Eating: krankhaftes Essverhalten ist stark gestiegen
Audio [SR 3, Patrick Wiermer (c) SR, 20.05.2022, Länge: 03:04 Min.]
Binge-Eating: krankhaftes Essverhalten ist stark gestiegen

Arzt oder Psychotherapeut kontaktieren

Hinzu kommen fehlende Strukturen im Alltag und weniger Kontakt mit Freunden und Familien. Menschliche Distanz bei gleichzeitiger Nähe zum Kühlschrank, fasst es die IKK zusammen. Die Folge: Deutliche Gewichtszunahme und erhöhtes Risiko für schwere Krankheiten durch das Übergewicht.

Betroffenen rät die IKK sich an einen Arzt oder einen Psychotherapeuten zu wenden. Mit einer Verhaltenstherapie etwa kann dann versucht werden, wieder zum regelmäßigen Essen zurückzukehren.  

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 19.05.2022 berichtet.

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