Handwerker beim Renovieren einer Wohnung (Foto: dpa)

Familie soll nach TV-Show 42.000 Euro zahlen

  11.07.2018 | 16:27 Uhr

"Zuhause im Glück": So heißt die Fernsehsendung, bei der Familie Ast aus Zweibrücken vor drei Jahren teilgenommen hat. Damals wurde ihr Haus kostenlos renoviert. Wie der SWR berichtet, wird die Familie nun zur Kasse gebeten. Jahre später fordert das Finanzamt insgesamt 42.000 Euro. Die Produktionsfirma verweist auf den Vertrag mit den Familien.

Das Konzept der Sendung "Zuhause im Glück" klingt simpel: "Wenn der Traum von den eigenen vier Wänden zu scheitern droht, sind Eva Brenner, John Kosmalla und ihr "Zuhause im Glück"-Team zur Stelle!" - so lautet das Versprechen auf der Internetseite der Fernsehsendung. Seit der ersten Folge habe das Bauteam mehr als 200 Familien in ganz Deutschland glücklich gemacht. Doch nicht für alle gab es ein Happy-End.

Wie der SWR berichtet, muss eine Familie aus Zweibrücken womöglich tief in die Tasche greifen. Jahre nachdem das Haus der Familie Ast in der Fernsehsendung renoviert worden war, meldete sich nun das Finanzamt und fordert 42.000 Euro. Die Begründung: Durch die Renovierung habe die Familie einen geldwerten Vorteil erlangt.

Produktionsfirma kennt das Problem

Sabine Ast suchte sofort das Gespräch mit der Fernseh-Produktionsfirma in Köln. Die kennt das Problem und verweist auf eine Steuerprüfung bei der Produktionsfirma. Die Firma musste alle Unterlagen der letzten fünf Jahre dem Finanzamt geben. Darin standen auch die Informationen über die Familien, denen die Fernsehmacher geholfen hatten. Das Finanzamt sagt, alle Leistungen von "Zuhause im Glück" müssten nun nachbesteuert werden. Für Familie Ast und weitere Familien ein Schock.

Die Produktionsfirma verweist bei Anfragen auf den Vertrag mit den Familien. Dort stünde, dass das Finanzamt aktiv werden könnte. "Aber da es nie vorgekommen ist, dass irgendjemand hätte das bezahlen müssen, hatten sie geglaubt, es kommt nix. Tja, da haben sie falsch gedacht", sagt Sabine Ast.

Verhandlungen mit dem Finanzamt laufen

Gegen den Bescheid des Finanzamtes hat Familie Ast nun Widerspruch eingelegt. Verhandlungen zwischen der Produktionsfirma mit dem Finanzamt laufen zurzeit. Dabei soll eine Lösung für alle Familien von „Zuhause im Glück“ gefunden werden – ohne Kosten.

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