Zollbeamter bei einer Kontrolle (Foto: dpa)

Zoll deckt Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung auf

  07.06.2021 | 12:51 Uhr

Bei mehreren Razzien im Saarland hat das Hauptzollamt Saarbrücken in der vergangenen Woche zahlreiche Fälle von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung aufgedeckt. Im Fokus der Ermittlungen standen Geschäfte. Die Ermittler gehen zudem von Menschenhandel und Zwangsarbeit aus.

An insgesamt drei Tagen überprüften die Zöllnerinnen und Zöllner fünf Unternehmen im Saarland. Wie der Zoll mitteilte, würden asiatische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oftmals mit falschen Versprechungen über das Internet nach Deutschland gelockt. Die Einreise nach Deutschland sei dann vielfach illegal. Zudem bestünde aufgrund der Sprachbarriere häufig ein Abhängigkeitsverhältnis.

Flucht verhindert

Insgesamt konnten bei den Ermittlungen in elf Fällen unerlaubte Aufenthalte sowie in zehn Fällen das Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis festgestellt werden. Viele der untersuchten Geschäfte prellten die Arbeitnehmer zudem um ihren Lohn.

In vier Fällen geht der Zoll davon aus, dass die Personen eingeschleust wurden. Während der Durchsuchungen konnten die Zöllner auch Fluchtversuche verhindern. Arbeitnehmer, die sich nicht ausweisen konnten oder keine Aufenthaltsgenehmigung hatten, wurden vorläufig festgenommen.

"Zwangslage ausgenutzt"

"Unsere Kontrollen ergeben vielfach, dass die Zwangslage der Arbeitnehmer ausgenutzt wird. Genauer gesagt, dass ihre Arbeitskraft ausgenutzt wird", sagte Hans Barth, Leiter des Hauptzollamts Saarbrücken. Wenn es um diese Form der Ausbeutung gehe, spielten oftmals auch andere Deliktsbereiche eine Rolle. "Darunter fallen vor allem die unerlaubte Einreise, der unerlaubte Aufenthalt und der Menschenhandel", so Barth.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 07.06.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja