Symbolbild Pflege (Foto: dpa/Oliver Berg)

Anlaufstellen im Pflege-Dschungel

Stephanie Prochnow   26.09.2019 | 20:13 Uhr

Im Saarland sind rund 46.000 Menschen pflegebedürftig. Der größte Teil von ihnen wird zu Hause von Angehörigen betreut. Für sie können Pflegestützpunkte eine erste Anlaufstelle sein. Die gibt es seit zehn Jahren - und sie sollen wachsen.

In jedem Landkreis gibt es einen Pflegestützpunkte und drei im Regionalverband. Hier informieren aktuell 40 Berater umfassend über Unterstützungsmöglichkeiten bei der Pflege – kostenlos und unabhängig.

Video [aktueller bericht, 26.09.2019, Länge: 3:14 Min.]
10 Jahre Pflegestützpunkte

Ein Schwerpunkt der Pflegeberater ist Begleitung. Gerade bei hochbetagten, chronisch Kranken müssen langfristig Leistungen, Reha, Pflegedienste im Team abgesprochen und - unter Umständen zehn verschiedene Stellen koordiniert werden. Dazu kommen Hausbesuche.

Jeder der acht saarländischen Pflegestützpunkte betreut im Schnitt circa 300 solcher Fallmanagements im Jahr. Insgesamt sei das Saarland mit der flächendeckenden Beratung gut aufgestellt, hieß es beim Festakt zum Jubiläum im Saarbrücker Schloss.

Land will Finanzierung aufstocken

Doch der Sozialverband VdK sieht Verbesserungsmöglichkeiten. So würden etwa immer noch zu viele schwerkranke Menschen ohne Nachsorgeplan aus dem Krankenhaus entlassen. Hier fehle die vertraglich geregelte Zusammenarbeit mit Pflegediensten, koordiniert von den Stützpunkten. „Wir brauchen eine bessere Zusammenarbeit all derer, die in Gesundheit und Pflege in den Kreisen und Regionen arbeiten“, sagte der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Ab kommenden Jahr will das Land die Finanzierung um 200.000 Euro aufstocken - ein Fünftel mehr als bisher. Davon sollen acht neue Pflegeberaterstellen finanziert und die Digitalisierung ausgebaut werden. Der Bedarf an Beratung steigt weiter.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 26.09.2019 berichtet.

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