Zecke auf einem Blatt (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Gefahr von Zeckenstichen steigt wieder

Thomas Braun / mit Informationen der dpa   09.04.2019 | 10:21 Uhr

Mit dem Frühlingswetter beginnt wieder die Zecken-Saison: Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) haben sich im Saarland die ersten Personen mit Borreliose infiziert - eine der beiden gefährlichsten Krankheiten, die von Zecken übertragen werden. Wir geben Tipps, wie man sich schützen kann.

Zehn Borreliose-Fälle wurden in diesem Jahr bislang aus dem Saarland ans RKI gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 375. Solche Infektionen könnten eigentlich das ganze Jahr über vorkommen, sagt Susanne Glasmacher vom RKI. "Sobald das Thermometer über acht Grad klettert, werden die Zecken auch aktiv." Wenn die Zahl der Zeckenstiche im Frühjahr ansteige, hänge das nicht nur mit den wärmeren Temperaturen zusammen, sondern auch damit, dass die Menschen kürzere Kleidung trügen und mehr draußen seien.

Erhöhtes FSME-Risiko im Saarpfalz-Kreis

Neben Borreliose wird auch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) von Zecken übertragen - und bei der Verbreitung dieses Erregers kommt es stark auf die Region an. Im Saarland besteht vor allem im Saarpfalz-Kreis ein erhöhtes FSME-Risiko. Laut RKI gab es in den vergangenen Jahren landesweit aber nie mehr als zwei oder drei dieser Infektionen, in manchen Jahren auch gar keine. Warum genau manche Regionen stärker betroffen sind, könne man nicht genau erklären, sagt Glasmacher.

Gegen FSME kann man sich präventiv mit einer Impfung schützen. In Studien wurde nach einer Grundimmunisierung auch zehn Jahre später noch ein entsprechender Schutz nachgewiesen. Generell wird aber empfohlen, die Impfung alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen.

Borreliose-Übertragung dauert bis zu zwei Tage

Um das Risiko einer Erkrankung mit Borreliose und FSME zu minimieren, sollte nach Aufenthalten im Freien der Körper regelmäßig nach Zecken abgesucht werden. Zecken stechen laut RKI nicht direkt zu, sondern suchen sich erst eine geeignete Stelle. Während FSME-Viren schon kurz nach einem Stich übertragen werden, kann es bei Borrelien ein bis zwei Tage dauern. Wer Zecken rechtzeitig entfernt, vermindere also vor allem das Risiko einer Borreliose erheblich, rät das RKI.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

  • Die Zecke sollte mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentferner nahe an der Hautoberfläche gepackt und dann gerade herausgezogen werden.
  • Zecke niemals nur am vollgesogenen Körper packen.
  • Auf keinen Fall die Zecke vorher mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Das reizt das Tier unnötig und kann dafür sorgen, dass das Tier vemrehrt Speichel und damit Krankheitserreger abgibt.
  • Möglichst sollte die Zecke nicht gedreht werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.04.2019 berichtet.

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