Eine Zecke (Holzbock) auf der Haut eines Menschen (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Zecken sammeln und beim RKI einsenden

  18.04.2022 | 18:52 Uhr

Mit dem Zecken-Atlas erfasst das Robert Koch-Institut seit mehreren Jahren, wo welche Zecken vorkommen, welche neuen Arten hinzugekommen sind und welche Krankheiten sie möglicherweise übertragen. Zum Start der Zeckensaison hat das RKI dazu aufgerufen, Zecken zur Untersuchung einzusenden.

Die vergangenen Jahre waren in Deutschland außergewöhnlich warm und trocken. Forscher gehen davon aus, dass sich das auch auf das Vorkommen von Zecken auswirkt. Mit dem Zecken-Atlas soll untersucht werden, welche Zeckenarten wo vorkommen und welche Krankheitserreger sie in sich tragen.

Zeckenrisiko: Was kann man tun?
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 19.04.2022, Länge: 04:37 Min.]
Zeckenrisiko: Was kann man tun?

Holzbock und Auwaldzecke im Saarland erfasst

Schon der in Deutschland heimische Gemeine Holzbock stelle mit der Übertragung von Krankheiten wie FSME und Borreliose ein "erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit" dar, heißt es auf der Internetseite des Projekts.

Eine in Deutschland eher neue Zeckenart ist die Auwaldzecke, die das Omsker Fieber übertragen kann - eine meist mild verlaufende Viruserkrankung mit Fieber, Schüttelfrost und Kopf- und Muskelschmerzen. In seltenen Fällen kann eine solche Infektion aber auch tödlich verlaufen. Zudem kann die Zecke auch die für Hunde gefährliche Krankheit Babesiose übertragen.

Aus dem Saarland sind bisher Zeckenfunde aus zwei Landkreisen in dem Atlas erfasst: Im Kreis Merzig-Wadern wurde mehrfach der Holzbock gefunden, im Landkreis Saarlouis bisher ausschließlich die Auwald-Zecke.

Zecken sammeln und verpacken

Um den Atlas zu erweitern, hat das RKI dazu aufgerufen, gefundene Zecken per Post einzusenden. Dazu sollte die Zecke mit einer Pinzette angefasst werden und in eine verschließbare Plastiktüte gesteckt werden - oder alternativ mit Klebeband festgeklebt und in Frischhaltefolie gewickelt werden. Falls die Zecke noch lebt, sollte ein leicht angefeuchtetes Küchenpapier dazu gelegt werden.

Keinesfalls sollte die Zecke ohne zusätzliche Verpackung in den Briefumschlag gelegt werden. Selbst wenn sie tot wirke, könne sie noch leben und aus dem Umschlag herauskrabbeln.

Mit ausgefülltem Einsendeanschreiben ans RKI

Anschließend muss noch ein vorgefertiges Einsendeschreiben ausgefüllt werden, auf dem unter anderem das Funddatum und der Fundort eingetragen werden.

Den Zecken-Atlas, weitere Informationen zum Projekt und das vorgefertigte Einsendeschreiben gibt es im Internet unter zepak-rki.de.

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