Eingang des Zechengebäudes der ehemaligen Grube in Landsweiler-Reden (Foto: Imago/BeckerBredel)

Streit um Baumängel im Zechenhaus Reden

Thomas Gerber   08.10.2021 | 10:14 Uhr

In dem von mehreren Landesbehörden genutzten ehemaligen Zechenhaus der Grube Reden gibt es offenbar erhebliche Baumängel. Das Bauministerium bestätigte SR-Informationen, wonach es in mehreren Räumen des Obergeschosses schimmelt. Die betroffenen Gebäudeteile seien zwischenzeitlich gesperrt worden.

Zwischen dem Land und Gondwana-Investor Matthias Michael Kuhl bahnt sich nach SR-Informationen ein weiterer Rechtsstreit an. Es geht um Mängel im früheren Zechenhaus der Grube Reden, die Kuhl als Vermieter nicht beheben will. In dem Gebäude sind unter anderem das Oberbergamt, das Zentrum für Biodokumentation und das Landesdenkmalamt untergebracht.

Nässe- und Feuchtigkeitsschäden

Der bauliche Zustand des Zechenhauses ist schlecht. In den oberen Etagen hat sich Schimmel ausgebreitet. Das Bauministerium bestätigt Nässe- und Feuchtigkeitsschäden, undichte Dachrinnen und Fallrohre seien dafür verantwortlich. Mehrere Räume wurden gesperrt, Mitarbeiter des Landesdenkmalamts sind in andere Büros umgezogen.

Verdi fordert Raumluftmessungen

„Damals ist das Land möglicherweise ein Stück weit über den Tisch gezogen worden“
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger / Thomas Gerber, 08.10.2021, Länge: 03:43 Min.]
„Damals ist das Land möglicherweise ein Stück weit über den Tisch gezogen worden“

Die Gewerkschaft Verdi fordert, mögliche Gesundheitsgefährdungen für die Beschäftigten zu untersuchen.

Gewerkschaftssekretärin Sabine Engelhardt-Cavelius sagte dem SR, sollten sich Informationen bestätigen, dass sich bereits eine Beschäftigte wegen Atemwegsproblemen krank gemeldet hat, dann müsse das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) intervenieren.

Das LUA müsse vor Ort Raumluftmessungen durchführen, um eventuelle Gesundheitsgefahren durch die Schimmelbildung auszuschließen.

Streit um Zuständigkeit

Für das Ministerium ist klar, dass Vermieter Kuhl für die Beseitigung der Mängel verantwortlich ist. Der aber zeige "keinerlei Verantwortungsbewusstsein" und sei nicht bereit die Kosten zu tragen, so das Ministerium auf SR-Anfrage.

Gondwana-Chef Kuhl wies die Forderungen des Ministeriums zurück. Kuhl sagte dem SR, die Nässeschäden im Obergeschoss müssten vom Mieter behoben werden. Im Mietvertrag mit dem Land sei zwar geregelt worden, dass für die Instandhaltung der Immobilie der Vermieter zuständig sei. Dies gelte aber lediglich für Bereiche der sogenannten "Dach- und Fachklausel".

Verantwortlich für die Nässeschäden sei eine defekte Dachrinne, die seiner Auffassung nach nicht zum Dach selbst gehöre und deshalb nicht unter die Klausel falle. Er habe das Land in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, die Reparaturarbeiten durchzuführen. Das Land habe ihm dies auch vor circa vier Jahren schriftlich zugesagt. Er selbst habe im August die im Mietvertrag vorgesehene Schiedskommission eingeschaltet, um die Frage der Kostenübernahme zu klären.

Eine Mio. Euro Sanierungskosten

Der Streit soll nun zunächst in einem Schiedsverfahren beigelegt werden, dürfte aber letztlich vor Gericht landen. Es geht um viel Geld: Die Sanierungskosten werden auf eine Million Euro geschätzt. Da wohl "Gefahr im Verzug" ist, will das Ministerium in Vorlage treten, auf Kosten des Steuerzahlers sanieren und das Geld später von Kuhl zurückfordern.

Jahresmiete: 1,2 Mio. Euro

Möglich wäre eine Mietminderung. Der Gondwana-Deal hatte Kuhl nämlich einen äußerst auskömmlichen Mietvertrag beschert: 1,2 Millionen Euro Jahresmiete zahlt das Land, bei einer Laufzeit von 25 Jahren.

Der Ansiedlungscoup des Dino-Parks Gondwana, der noch unter der Regierung Peter Müllers erfolgt ist, wird für den Steuerzahler mehr und mehr zur Altlast.

Über dieses Thema berichtet auch die Rundschau auf SR 3 am 08.10.2021.

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