Behandlung in einer Zahnarztpraxis (Foto: Imago/Westend61)

Auch Zahnärzte sollen gegen Corona impfen dürfen

  19.11.2021 | 13:31 Uhr

Um die Impfkampagne anzukurbeln, sollen auch Zahnärzte impfen dürfen. Das fordert der saarländische Bundestagsabgeordnete Christian Petry (SPD). Dafür müsste allerdings die Corona-Impfverordnung erweitert werden.

Um die Impfkampagne weiter voranzubringen, sollten demnächst auch Zahnärztinnen und Zahnärzte impfen dürfen. Dafür spricht sich der saarländische Bundestagsabgeordnete Christian Petry (SPD) aus. "Die vierte Corona-Welle hat uns fest im Griff", sagt er und betont, wie wichtig es dementsprechend sei, das Impfangebot zu erhöhen.

Da die Ständige Impfkommission mittlerweile die Auffrischungsimpfung für alle ab 18 Jahren empfiehlt, werde die Nachfrage nach Impfterminen im Saarland wohl steigen. "Es kann nicht sein, dass Bürgerinnen und Bürger wochenlang auf einen Termin warten müssen, um sich entweder zu boostern oder erst- bzw. zweitimpfen zu lassen", heißt es daher von Petry. Die vorhandenen Kapazitäten müssten nun ausgeschöpft werden.

Zahnärzteverband ist dafür

Der Landesvorsitzende des freien Verbandes Deutscher Zahnärzte im Saarland, Dirk Ruffing, kann sich grundsätzlich auch vorstellen, dass sich Zahnärztinnen und Zahnärzte an der Impfkampagne beteiligen. Dafür müsse aber die Logistik stimmen und zum Beispiel die Kühlung gewährleistet sein.

Einen Vorteil sehe er darin, dass die Impfungen dadurch von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden würde. "Es macht schon mehr Sinn, wenn ärztliche Heilberufe wie Zahnärzte eine Impfung durchführen anstatt nichtärztliche Berufe wie Apotheker", sagte Ruffing dem SR. Dass auch Apotheker in die Impfkampagne mit einsteigen sollen, war zuletzt vermehrt gefordert worden.

Gesetzliche Grundlage fehlt noch

Unklar sei allerdings, ob die Kapazitäten in den Praxen ausreichten. Zeit und Personal sei knapp. Dies ließe sich aber nicht pauschal für alle Praxen bewerten, vereinzelt gebe es sicherlich Praxen, die Corna-Impfungen leisten könnten, sagte Ruffing.

Allerdings müsse zunächst die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden, indem die Corona-Impfverordnung entsprechend erweitert werde. Das sieht auch der Bundestagsabgeordnete Petry so. "Nun muss schnellstmöglich dafür gesorgt werden, Ausnahmeregelungen für die vielen hervorragend medizinisch ausgebildeten Zahnärztinnen und Zahnärzte zu schaffen, damit die Impfkampagne weiter ins Rollen gerät", teilte der SPD-Politiker mit.

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