Bilanz Drogentote (Foto: dpa)

Mehr Drogentote im Land

  10.04.2019 | 14:00 Uhr

Im Saarland ist die Zahl der Rauschgifttoten deutlich gestiegen. Starben 2017 26 Menschen durch Drogenmissbrauch, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 35. Die Drogenpolitik im Land soll nun neu ausgerichtet werden.

Laut dem Drogenbeauftragten der Landesregierung, Stephan Kolling (CDU), liegt die Ursache für die meisten Todesfälle im Konsum verschiedener Rauschgifte. Bis zu fünf Substanzen nähmen saarländische Drogenabhängige parallel ein. Dabei wird der Konsum psychoaktiver Substanzen zu einem immer größeren Problem.

Die Drogenopfer im Saarland hatten laut Kolling harte Drogen wie Opioide und Opiate konsumiert, die derzeit auf dem Markt einfach zu beschaffen seien. Zudem sei der niedrige Preis für illegale Drogen ein Problem.

Neuausrichtung der Drogenpolitik

"In den letzten Jahren hat sich die Lage verschärft. Es gibt eine höhere Risikobereitschaft unter den Drogenabhängigen, das bedeutet für die Suchthilfe komplexere Problemlagen und einen erhöhten Betreuungs- und Beratungsaufwand", sagte Kolling. Er kündigte an, die Drogenpolitik im Land neu auszurichten und die Suchthilfe vor Ort ausbauen zu wollen.

Unter anderem solle eine neue zentrale Anlaufstelle für Abhängige entstehen. Zudem sei geplant, ein Projekt für Kinder und deren suchtkranke Eltern saarlandweit auszuweiten. Bisher gibt es ein entsprechendes Angebot nur in Neunkirchen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 10.04.2019 berichtet.

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