Ein Wolf im Tierpark (Foto: picture alliance/Holger Hollemann/dpa)

Möglicher Wolfsangriff im Département Moselle

Axel Wagner   19.01.2021 | 18:27 Uhr

Im französischen Foulcrey, etwa 90 Kilometer vom Saarland entfernt, ist eine Schafherde bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr angegriffen worden. Der Züchter ist sich sicher, dass ein Wolf die Tiere attackiert und getötet hat. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch noch nicht.

Die Schafe sind in einem Gehege in Foulcrey im Département Moselle, etwa 90 Kilometer südlich von Saarbrücken untergebracht. Wie der „Républicain Lorrain“ berichtet, wurden sie das erste Mal in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar attackiert. Der zweite Angriff folgte in der Nacht zum 14. Januar. Sechs Mutterschafe hat Züchter Mathieu Toussaint dabei verloren, andere wurden verletzt. „Es ist ein Wolf“, erklärte er gegenüber der Zeitung. „Ich habe ihn nach dem ersten Angriff im Scheinwerferlicht meines Autos gesehen.“

Sechs tote Tiere

Beim ersten Angriff starben demnach vier Schafe, ein weiteres musste eingeschläfert werden, sieben wurden verletzt. Am Donnerstag entdeckte Mathieu erneut ein totes Schaf und zwei verletzte Tiere. Ein Schutz durch einen provisorischen Elektrozaun habe nicht geholfen, so der Züchter. In Zukunft sollen Herdenschutzhunde aus der Türkei, Kangals, die Herde schützen.

Ob es sich tatsächlich um einen Wolfsangriff handelt, ist indes noch nicht sicher geklärt. Mitarbeiter des französischen Amtes für Biodiversität (OFB) waren dem Zeitungsbericht zufolge zweimal vor Ort. Eine Antwort des Amtes auf eine SR-Anfrage steht noch aus.

Keine Fälle im Saarland gemeldet

Beim saarländischen Umweltministerium liegen noch keine Angaben über denn Vorfall in Frankreich vor. „Der Ablauf sieht vor, dass man einen vermeintlichen Wolfsriss zunächst über eine DNA-Analyse nachweisen lässt, bevor man es an benachbarte Regionen weitergibt“, teilte das Ministerium mit. Damit solle unnötige Panik bei Nutztierhaltern und der Bevölkerung vermieden werden.

Mit der Region Grand Est kooperiert das Saarland beim Thema Wölfe im Rahmen einer Unterarbeitsgemeinschaft Biodiversität/Natura 2000 der AG Umwelt innerhalb der Regionalkommission der Großregion. Diese tagt ein- bis zweimal im Jahr und tauscht sich dann auch über Wölfe und Luchse aus. Im Falle eines Nachweises werden die Behörden auch unmittelbar grenzübergreifend informiert.

Aus dem Saarland und den unmittelbar angrenzenden Regionen von Rheinland-Pfalz liegen laut Ministerium keine Meldungen über Wolfsvorkommen vor.

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