Winter - Sonnenstrahlen (Foto: Lino Mirgeler-dpa/bildfunk)

Winter lässt auf sich warten

Tina Leistenschneider   18.01.2020 | 20:04 Uhr

Der Winter bleibt fern: Bisher lassen Schnee und Kälte im Saarland auf sich warten. Stattdessen: Temperaturen, die Frühlingsgefühle wecken. Doch nicht bei jedem. So führt das aktuelle Wetter dazu, dass Pflanzen und Tiere zu früh aus ihrem Winterschlaf erwachen. Das stellt sie vor Herausforderungen.

Temperaturen im zweistelligen Bereich und viel Sonnenschein: Bislang bestimmen außergewöhnlich milde Werte die Wintermonate. Schuld daran ist nach Auskunft des Deutschen Wetterdiensts (DWD) ein kräftiges Tief über dem Atlantik, das warme Meeresluft nach Deutschland bringt. Dadurch rechnet der DWD - nach aktuellem Stand - nicht mit einem Wintereinbruch in den nächsten Wochen.

Auswirkungen für Tiere und Pflanzen

Diese Wetterentwicklung hat auch Einfluss auf Tiere und Pflanzen, wie Julia Michely, Vorsitzende vom saarländischen Landesverband des NABU, weiß: „Bei diesen milden Temperaturen bekommen die Pflanzen den Impuls zu wachsen und zu blühen“, sagt Michely. Zwei weitere Beobachtungen konnte sie die Tage machen: „Ich habe schon Bienen herum fliegen gesehen“, erzählt sie. Diese werden normalerweise erst ab 12 Grad aktiv. Und: „Die ersten Kraniche habe ich bereits auf dem Rückweg Richtung Norden gesehen.“ Das sei ein Zeichen dafür, dass der Winter vorbei sei.

Neben Vögeln und Insekten regen sich bereits die ersten Säugetiere: Durch die laue Witterung wachen unter anderem Igel aus ihrem Winterschlaf und Eichhörnchen aus ihrer Winterruhe auf. Bleibt die Wetterlage mild, finden die Tiere Nahrung. Problematisch werde es erst, wenn es danach dauerhaft kälter würde. „Ab Herbst gehen die Tiere in einen guten Schutzmodus“, erzählt Michely. Trete nach ihrem Winterschlaf wieder spät Frost auf, „zehrt das an der Energie der Tiere“.

Tipps zur Hilfe

Wer den Tieren helfen will, dem rät Julia Michely: „Obst im Garten liegen und Beeren am Strauch hängen lassen.“ Außerdem könne man zu speziellem Futter für Eichhörnchen und Igel greifen. Auch Vögel könnten ganzjährig mit Körnern oder Obst gefüttert werden. Für Bienen und Insekten können frühblühende Sträucher und Pflanzen wie Rosmarin als Nahrungsquelle dienen.

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