Schwedisches Frühstück (Foto: Stephanie Pilick/dpa)

Auch Ikea mit Wilke-Wurst beliefert

Mit Informationen von dpa   07.10.2019 | 14:37 Uhr

Die Restaurants der Möbelhauskette Ikea in Saarlouis-Lisdorf und Kaiserslautern sind mit Wurst des hessischen Herstellers Wilke beliefert worden. Das bestätigte eine Sprecherin dem SR. Inzwischen hat Ikea den Verkauf von Wilke-Wurst gestoppt.

Über einen Großhändler seien die Kunden- und Mitarbeiterrestaurants aller Ikea-Filialen in Deutschland mit Wurst-Aufschnitt von Wilke beliefert worden, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns am Montag. Das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus den Restaurants, Schwedenshops und Bistros sei nicht betroffen. Für den Aufschnitt gebe es inzwischen einen neuen Lieferanten.

Ikea bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch. Man sei am Freitag durch den Großhändler über die Wilke-Schließung informiert worden und habe „den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt“.

Zehn Großhändler im Saarland betroffen

Derweil ist noch immer ist nicht vollständig geklärt, welche Betriebe genau mit Wurst von Wilke beliefert wurden. Metro hatte vergangene Woche erklärt, Wilke-Produkte und Eigenmarken mit Wilke-Fleisch aus dem Sortiment genommen zu haben. Im Saarland sind nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums zehn Großhändler betroffen. Die rheinland-pfälzische Ernährungsministerin Ulrike Höfken (Grüne) sagte, man gehe derzeit davon aus, „dass Betriebe in ganz Rheinland-Pfalz Wurstwaren des Unternehmens erworben haben“. foodwatch will die Veröffentlichung einer Liste aller betroffenen Betriebe erreichen, notfalls auch gerichtlich.

Zwei Todesfälle in Hessen

Die Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Der Betrieb war am Dienstag vergangener Woche geschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Wilke hatte am Freitag die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt. Diesem Antrag sei zugestimmt worden, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Korbach. Ein Insolvenzverwalter sei bestellt worden. Ziel des Verfahrens sei, dass das Unternehmen in Twistetal-Berndorf weiter betrieben werden könne. Ob das in diesem Fall gelinge, sei aber fraglich.

Verbraucherschutzministerium bestätigt
Nach zwei Todesfällen: Wurstrückruf auch im Saarland

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 07.10.2019 berichtet.

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