Blaue Reflektoren gegen Wildunfälle (Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Wildreflektoren haben keine abschreckende Wirkung

Sandra Schick   25.12.2019 | 14:12 Uhr

Die Zahl der Wildunfälle bleibt im Saarland auf hohem Niveau. Die Wildreflektoren, die seit einigen Jahren eingesetzt werden, hatten nach Angaben des Verkehrsministeriums keine positiven Auswirkungen. Bei den neuen blinkenden Wildwarn-Displays auf der L 131 steht eine Auswertung noch aus.

Im vergangenen Jahr hat es im Saarland nach Angaben des Verkehrsministeriums insgesamt 4141 Verkehrsunfälle mit Wild gegeben. Das ist gegenüber dem Jahr 2017 zwar ein leichter Rückgang von etwas mehr als 400 Unfällen, allerdings bleibt die Zahl der Wildunfälle damit weiter auf einem hohen Niveau: Vor zehn Jahren waren es noch unter 3000 gewesen. Seitdem steigen die Zahlen.

Reflektoren schrecken das Wild nicht

Seit 2012 hatte das Land auf insgesamt drei Pilotstrecken die Wirkung sogenannter "Wildreflektoren" getestet. Auf der L 142 zwischen Saarwellingen und Lebach-Hoxberg, der B 41 zwischen Nohfelden und Wolfersweiler und der L 157 zwischen Mitlosheim und Rappweiler-Weiskirchen wurden blaue Wildwarner aufgestellt. Sie sollten das Wild abschrecken und davon abhalten, auf die Fahrbahn zu laufen.

Nach nun sieben Jahren Beobachtung zieht das Verkehrsministerium die Bilanz: Die blauen Wildwarner haben keine abschreckende Wirkung auf Wildtiere. Auch gab es keine nennenswerten Auswirkungen auf die Zahl der Wildunfälle auf den drei Strecken.

Helfen Warn-Displays für Autofahrer?

Seit April gibt es nun einen anderen Ansatz. In einem weiteren Pilotprojekt wurden zwei LED-Displays an der L 131 bei St. Wendel getestet. Sie haben nicht das Wild, sondern den Autofahrer im Fokus: Mit blinkenden Warnhinweisen sollen Autofahrer für die Gefahr des Wildwechsels sensibilisiert werden. Sobald ein Auto auf die Displays zufährt, blinken das Verkehrszeichen für "Wildwechsel" und der Hinweis "Achtung" auf. Für beide Displays wurden insgesamt rund 8000 Euro investiert.

Ob das die Zahl der Unfälle senken kann, ist noch nicht abschließend klar: Das Projekt befindet sich derzeit in der Auswertung. Anfang des Jahres will das Ministerium Zahlen bekannt geben und dann entscheiden, ob die Displays an weiteren Standorten aufgestellt werden.

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