Eis für Tiere gegen Hitze. Eine Katta mit ihren Jungen bekommt ein Eis zur Abkühlung.  (Foto: picture alliance / ANP | Sem van der Wal)

Eis für die Nasenbären und Poolparty bei den Alpakas

Jana Bohlmann   19.07.2022 | 15:10 Uhr

Temperaturen nahe an 40 Grad bringen wirklich alle zum Schwitzen. So wie auch die Tiere in den saarländischen Tier- und Wildparks. Da müssen die Tierpfleger schon mal kreativ werden, um für Abkühlung zu sorgen.

Der Parkplatz des Naturwildparks in Freisen ist am heißesten Tag der Woche wie leergefegt. Das berichtet Betreiber Jörg Broszeit. Eine Überraschung ist das nicht, schließlich lassen sich die Tiere bei Temperaturen bis an die 40 Grad Celsius kaum blicken und ruhen oder schlafen lieber im Schatten unter den Bäumen. „Man sieht höchstens unsere afrikanischen Zwergziegen oder die Berberaffen, denen die Temperaturen nichts ausmachen“, erzählt der Leiter des Tierparks.

Damit die Hitze für die Tiere nicht zu viel wird, achten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter penibel darauf, dass immer frisches, kühles Wasser vorhanden ist. „Das ist ein absolutes Muss. Ohne das geht gar nichts“, sagt Broszeit.

Und dann gibt’s aber noch etwas ganz besonderes für die Tiere, die unter der Hitze leiden: Eisbomben. Dafür wird Wasser mit Früchten in Eimern gefroren und so sorgen die Eisbomben immerhin für etwas Abkühlung.

Tiere leiden unter der Hitze

Eine ähnliche Spezialität steht auch im Tier- und Archepark in Merzig auf dem Speiseplan: Dort gibt’s Eis aus Bananen, Erdbeeren, Hüttenkäse und etwas Honig für die Nasenbären.

Aber auch die anderen Tiere werden bei der Hitze gut umsorgt: Schon morgens um 6.00 Uhr beginnen die Tierpflegerinnen und Tierpfleger mit den Reinigungsarbeiten, um dann kühle Plätzchen vorzubereiten. „Dabei arbeiten wir mit viel kaltem Wasser, was wir zum Beispiel auf den Schattenplätzen verteilen“, erklärt Parkleiterin Daniela Becker-Kirsch.

Die Alpakas dürfen sich morgens auf ein kaltes Bad freuen und werden zusätzlich von den Pflegerinnen und Pflegerinnen abgeduscht, denn „das mögen die Alpakas einfach unheimlich gerne“.

Aber dennoch, trotz aller Vorkehrungen, mache die Hitze den Tieren einfach zu schaffen, sagt Becker-Kirsch, „die Tiere finden die Hitze genauso doof wie wir. Genau wie wir haben auch sie zum Beispiel Kreislaufprobleme.“ Außerdem seien die Tiere bei diesen Temperaturen einfach weniger aktiv, ruhen und schlafen viel.

Im Notfall kommt die Feuerwehr

Ähnlich ist die Situation im Wildfreigehege Wolfsrath in Saarwellingen: „Die Tiere machen das, was die Menschen nicht machen: Sie suchen sich Schatten und ruhen sich aus“, sagt Revierförster und Leiter des Wildparks, Thomas Philipps.

Besondere Vorkehrungen wurden hier nicht getroffen, denn auf dem ganzen Gelände gebe es genügend Unterstände, Schattenplätze und vor allem Wasser aus Quellen, Tümpeln oder Teichen. „Falls die Wasserstellen austrocknen, hilft uns die Freiwillige Feuerwehr Saarwellingen aus und füllt alles wieder auf“, so Philipps. Man sei also auf alles vorbereitet und könne so im Notfall direkt reagieren.

Wölfe kühlen sich selbst ab

Auch im Wolfspark-Werner-Freund in Merzig haben die Betreiber nur wenige Hitzemaßnahmen ergriffen. „Die Wölfe sind intelligent genug zu wissen, was bei einer solchen Hitze zu tun ist“, erklärt Parkleiterin Tatjana Schneider, „sie buddeln sich Mulden unter den Bäumen und legen sich dort dann in die kühle Erden hinein.“

Die wichtigste Aufgabe für die Pflegerinnen und Pfleger ist dann nur noch dafür zu sorgen, dass immer genügend und vor allem kühles Wasser in den Gehegen ist. Dieses werde auch immer wieder gewechselt, da es je nach Tageszeit auch schon mal sehr warm werden kann, sagt Schneider.

Von einem Besuch bei hohen Temperaturen rät die Leiterin eher ab, denn „unsere Wölfe sind keine Zirkustiere, die sich ständig zeigen und bei dieser Hitze ziehen sie sich tagsüber eher zurück.“

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja