Ein Schild mit der Aufschrift "SHG Saarland Heilstätten GmbH" (Foto: SR)

SHG: Whistleblower rehabilitiert

Barbara Spitzer / Onlinefassung: Kai Forst   11.09.2018 | 20:22 Uhr

In der Hochstapler-Affäre beim Klinikkonzern SHG sind die beiden fristlos gekündigten Mitarbeiterinnen rehabilitiert. Sie waren vor einem Jahr gefeuert worden, nachdem sie einen Dozenten als Hochstapler enttarnt hatten.

Vor einem Jahr wurde die Fachschulleiterin Elke Backes vom Klinikkonzern SHG fristlos gekündigt. Sie hatte zuvor einen Lehrbeauftragten der SHG, den damaligen SPD-Politiker Spengler-Staub, als Hochstapler enttarnt. Der verlor seinen Job und wurde angezeigt. Backes und eine Kollegin wurden gefeuert. Begründung: Sie hätten den Datenschutz verletzt, als sie Spengler-Staubs Zeugnisse prüfen ließen. "Ich hätte ein Lob verdient, wurde aber als Whistleblowerin, als Verräterin des Unternehmens bezeichnet. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe immer im Interesse der SHG gearbeitet", erzählt Backes.

Video [aktueller bericht, 11.09.2018, Länge: 3:23 Min.]
SHG nimmt Vorwürfe gegen Mitarbeiter zurück

Wohlwollendes Zeugnis und Abfindung

In der vierten und letzten Runde vor dem Arbeitsgericht kam es nun zu einem Vergleich. Zuvor hatten die Richter darauf hingewiesen, dass für Backes ein möglicher Verstoß gegen Datenschutzregeln womöglich nicht erkennbar gewesen sei. Die SHG nimmt die fristlose Kündigung und die Vorwürfe der Pflichtverletzung gegen Backes zurück. Backes erhält ein wohlwollendes Arbeitszeugnis und eine Abfindung von rund 23.000 Euro.

Inzwischen hat Elke Backes längst einen neuen Job. Ihre ebenfalls gefeuerte Kollegin arbeitet seit dem 1. September wieder bei der SHG.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 11.09.2018 berichtet.

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