Kinder der Kita Eschberg mit Erzieherinnen (Foto: Kita Eschberg)

„Es geht darum, Dinge nachhaltig zu nutzen“

Jan Henrich   17.03.2021 | 15:02 Uhr

Als Detektive auf Spurensuche nach Stromverschwendung gehen oder Spielzeug mit Naturmaterialien nachbauen. Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat mehrere Klimaprojekte an Kitas und Grundschulen im Rahmen eines Wettbewerbs ausgezeichnet. Den ersten Platz sicherte sich die Kindertagesstätte Eschberg.

Werden alte Turnbänke aus dem Sportunterricht nicht mehr gebraucht, müssen sie noch lange nicht in den Müll. Die Holzelemente eignen sich hervorragend, um daraus Hochbeete zu bauen: „Bevor es in die Schrottpresse geht, denken wir: Daraus kann man noch was machen.“ So beschreibt Sabine Yöndel, Leiterin der Kita Eschberg den Ansatz ihres Projekts „Umwelterziehung-Müll“. Es ginge darum, Dinge nachhaltig zu nutzen.

Selbstgebaut statt neu gekauft

Die Idee, Materialien nachhaltig zu nutzen und Dinge selbst zu bauen statt neu zu kaufen, zieht sich durch viele Aktivitäten der Kita. In den Hochbeeten werden Blumen und Gemüse angepflanzt. Auch Spielzeug muss nicht immer neu gekauft werden. Statt fertige Bausteine im Laden zu besorgen, bauen sich die Kinder selbst welche aus Holz, das sie in den angrenzenden Waldgebieten finden. Alles unter dem Aspekt des Naturschutzes, denn Ressourcen seien endlich und das müsse auch vermittelt werden.

Die Kinder sind dabei nicht nur kreativ, sondern auch handwerklich aktiv. Natürlich noch nicht mit allen Werkzeugen, betont Yöndel. Aus Resthölzern und Moos habe eine Gruppe vor kurzem ein ganzes Puppenhaus gebaut.

Für ihr Projekt belegte die Kindertagesstätte nun den ersten Platz im Wettbewerb „KlimaKids Saarbrücken 2020“ der Landeshauptstadt und erhielt 2000 Euro Preisgeld.

Preisgeld vom letzten Jahr reinvestiert

Bereits im vergangenen Jahr war die Einrichtung für eine Aktion zum Thema Bio Lebensmittel und Fair-Trade ausgezeichnet worden. Man habe das Preisgeld von damals reinvestiert in weitere ökologisch wertvolle Anschaffungen.

Auch die Bewerbungsmappe für nächstes Jahr werde schon zusammengestellt, sagt Yöndel. Man will unter anderem das sogenannte „grüne Klassenzimmer“ ausbauen und insektenfreundliche Obstbäume anpflanzen.

Müllvermeidung, Upcycling und Nachhaltigkeit

Müllvermeidung, Upcycling und Nachhaltigkeit, das waren die Themen des diesjährigen Wettbewerbs rund um Klimabewusstsein an Grundschulen und Kitas. Der von der Landeshauptstadt Saarbrücken ins Leben gerufene Wettbewerb zeichnet Einrichtungen aus, die sich fürs Klima engagieren.

Weitere Preisträger waren unter anderem die Ganztagsgrundschule Scheidt mit ihrem Projekt „Energiedetektive“, bei dem sich Kinder auf Spurensuche nach verschwendeter Heizenergie und Strom machen. Den dritten Platz belegte die Ganztagsgrundschule Albert-Schweitzer Dudweiler, die mit ihrem Projekt das Grundschullabor für Offenes Experimentieren an der Universität des Saarlandes besuchte.

Insgesamt 31 Projekte eingereicht

Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung: „In den städtischen Kitas und Grundschulen lernen die Kinder schon früh spielerisch, wie wichtig Klimaschutz ist. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Umwelt und bekommen ein Bewusstsein dafür, wo sich zum Beispiel Energie sparen oder Müll vermeiden lässt.“

Eine Jury hatte im November über die Platzierung entschieden. Neun Grundschulen und vier Kindertagesstätten hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt und 31 Projekte eingereicht. Die Landeshauptstadt Saarbrücken stellte das Preisgeld von 15.000 Euro zur Verfügung, das auf mehrere Einrichtungen aufgeteilt wurde.

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