EIne Muschel liegt am Strand (Foto: pixabay/analogicus)

Wenn Souvenirs teuer werden

Leonie Rottmann   06.08.2019 | 14:47 Uhr

Die Urlaubszeit neigt sich langsam dem Ende zu – bei der Rückkehr dürfen bei vielen Andenken an den Sommerurlaub nicht fehlen. Ob eine Handvoll Sand, eine schöne Muschel oder eine handgeschnitzte Figur: Kleine Erinnerungen können schnell teuer werden, denn in einigen Ländern werden solche Mitbringsel mit hohen Strafen geahndet.  

Selbst wenn nur jeder zehnte Urlauber Sand mitnimmt, werden so im Jahr mehrere Tonnen vom Strand weggeschafft. Nach Angaben des Auswärtigen Amts drohen deshalb beispielsweise in Sardinien Strafen von 500 bis 3000 Euro, wenn man von den Stränden Sand, Kiesel oder Quarzgestein mitnimmt, selbst wenn es nur kleinste Mengen sind. Generell sei in ganz Italien die Mitnahme von Sand verboten.

Das ist allerdings nicht das einzige Andenken, mit dem es bei der Überführung Probleme geben könnte: „Nicht alles, was im Urlaub als Souvenir angeboten wird, darf bei der Einreise nach Deutschland als Souvenir mitgebracht werden“, sagt Diana Becker, Pressesprecherin des Hauptzollamts Saarbrücken. Dazu zählen unter anderem Betäubungsmittel, lebende und artengeschützte Tiere und Pflanzen, geschützte Kulturgüter oder Waffen.

Viele Souvenirs stehen unter Artenschutz

Korallenteile und Schneckengehäuse sind beliebte Souvenirs, allerdings dürfen sie im Regelfall nicht mitgenommen werden. „Der weltweite Handel mit Tieren, Pflanzen und daraus hergestellten Produkten birgt nicht nur die Gefahr der Ausbreitung und Einschleppung von Seuchen, sondern bedroht auch den Erhalt der Artenvielfalt“, sagt die Pressesprecherin. Sind die Lebewesen vom Aussterben bedroht, darf mit ihnen nicht gehandelt werden. 

Auch das Mitbringen von Produkten wie Fellen und Pelzmänteln ist verboten. Einige Ausnahmen gibt es für den Eigenbedarf aber doch, so sind etwa drei Fechterschnecken, vier Krokodilprodukte außer Fleisch und Trophäen oder vier getrocknete Seepferdchen erlaubt.

Zoll prüft auf Markenfälschungen

Vorsichtig sollte man auch bei Markenfälschungen sein. Zum einen handelt es sich in der Regel um minderwertige Waren, die oft gesundheitsgefährdend sind. Zum anderen verstoßen sie gegen die Vorschriften des gewerblichen Rechtsschutzes.

Spätestens wenn so viele Produkte mitgenommen werden, dass der Verdacht auf einen gewerblichen Charakter entsteht, schreiten die Zollbehörden ein. „Liegen die entsprechenden Voraussetzungen vor, werden die Waren eingezogen und vernichtet“, erklärt Diana Becker.

Seuchengefahr durch Lebensmittel

Zum eigenen Gebrauch des Reisenden dürfen Lebensmittel grundsätzlich auch aus Nicht-EU-Ländern eingeführt werden – vorausgesetzt, es handelt sich dabei nicht um tierische Erzeugnisse. Wegen der Gefahr, Tierseuchen einzuschleppen, gelten strenge veterinärrechtliche Bestimmung für die Einführung tierischer Produkte.

Diana Becker erklärt, meist erfüllen die Mitbringsel diese Voraussetzungen nicht. Zudem dürften Urlauber, die solche Waren mit sich führen, nur noch an bestimmten Eingangsstellen in die EU einreisen, weil dort ein Veterinär anwesend ist. Unter anderem Säuglingsnahrung und Nahrungsmittel, die nur in geringen Mengen Milch oder Sahne enthalten wie Sahnebonbons oder Schokolade, seien von dieser Regelung ausgenommen.

Was ist erlaubt und was wird teuer?

Frage 1 von 6

Ist es erlaubt, Lederwaren von Reptilien oder Elfenbeinschnitzereien mitzunehmen?

Artikel mit anderen teilen