Ein Patient sitzt im Wartezimmer (Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter)

Weniger Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen

  27.12.2021 | 15:47 Uhr

Seit Beginn der Corona-Pandemie gehen weniger Menschen zur Krebsvorsorge – das ist das Ergebnis einer Auswertung der IKK Südwest unter ihren Versicherten im Saarland, in Hessen und Rheinland-Pfalz. Um eine Krebserkrankung nicht zu verschleppen, sei es aber auch jetzt wichtig, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.

Besonders Männer vernachlässigen seit Beginn der Corona-Pandemie wichtige Vorsorgeuntersuchungen, teilte die IKK Südwest mit. Demnach war im vergangenen Jahr im Schnitt weniger als jeder fünfte Mann bei der Früherkennungsuntersuchung des Prostatakrebs und nur rund jeder zwanzigste bei der Darmkrebsvorsorge.

Im Vergleich der Bundesländer Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz waren Saarländer nach Angaben der IKK Südwest sogar am seltensten bei der Darmkrebs- beziehungsweise Prostatakrebsvorsorge.

Verschleppte Krebsdiagnosen

"Die Verunsicherung vieler Menschen während der Pandemie hat dazu beigetragen, dass die ohnehin schon geringe Inanspruchnahme noch weiter gesunken ist. Viele schieben anstehende Vorsorgeuntersuchungen jetzt noch eher auf“, sagte Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest. 

Corona sei auch in Zeiten steigender und hoher Inzidenzen kein Grund, Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrzunehmen. Die Arztpraxen seien sicher, so Loth.

Er verweist darauf, dass sich viele Erkrankungen besonders gut behandeln lassen, wenn sie frühzeitig erkannt werden. "Viele verschleppen derzeit Krebserkrankungen und erschweren damit ihre Heilungschancen oft um ein Vielfaches."

Vorsorge als Kassenleistung

Nach IKK-Angaben werden die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt. Das Hautkrebs-Screening übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre für Männer ab 35 Jahren.

Die Vorsorgeuntersuchung auf Prostatakrebs sei für Männer ab 45 Jahren Bestandteil der Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Für Männer ab 50 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 27.12.2021.

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