Studentin mit Maske und Handy (Foto: Imago Images/Westend 61)

Weniger Studienanfänger im Coronajahr 2020

Melina Miller   18.03.2021 | 12:07 Uhr

Im Saarland haben sich im Jahr 2020 knapp fünf Prozent weniger Studienanfängerinnen und Studienanfänger an einer Hochschule eingeschrieben als noch im Vorjahr. Besonders die Zahl der ausländischen Studierenden im ersten Semester ist gesunken. Grund dafür ist offenbar die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen.

Im Coronajahr 2020 haben insgesamt 6035 Menschen ein Erststudium an einer saarländischen Hochschule begonnen. Das sind rund 4,6 Prozent weniger Studienanfängerinnen und Studienanfänger als im Vorjahr, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zum Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/2021 zeigen.

Weniger ausländische Studierende

Bei den ausländischen Studierenden haben insgesamt sogar rund 14 Prozent weniger Erstsemester ein Studium im Saarland begonnen. Diese Entwicklung zeigt sich - wenn auch etwas abgeschwächt - auch an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW). Dort haben sich 2020 rund 6,5 Prozent weniger Erstsemester aus anderen Ländern eingeschrieben als noch im Vorjahr.

Die Zahlen beziehen sich auf das Wintersemester 2020/2021. Denn im Sommersemester starten nach Angaben der Hochschule nur einige wenige Masterstudiengänge, sodass sich keine aussagekräftigen Trends ableiten lassen.

Ständige Änderung von Regeln

Insgesamt habe die Hochschule allerdings mit noch weniger Erstsemestern aus anderen Ländern gerechnet: "Das bewerten wir sehr positiv, denn wir hatten pandemiebedingt mit einem stärkeren Rückgang gerechnet", sagt Isabel Sand, Sprecherin der HTW.

Als es wieder möglich war, mussten einige Studierende ihren geplanten Aufenthalt leider aus finanziellen Gründen absagen.

Durch die sich ständig ändernden rechtlichen Gegebenheiten und Regelungen seien Aufenthalte immer wieder verschoben oder abgesagt worden - insbesondere bei Studierenden aus außereuropäischen Ländern. Diese konnten im ersten Lockdown teilweise nicht aus ihren Ländern aus- beziehungsweise ins Saarland einreisen.

"Als es später dann möglich gewesen wäre, waren die Botschaften auf unbestimmte Zeit geschlossen und Visumsanträge wurden nicht bearbeitet. Als das wiederum möglich war, mussten einige Studierende dann aber leider ihren geplanten Aufenthalt aus finanziellen Gründen absagen", erklärt Sand.

Hürden auch durch Sprachbarriere

Auch die flexible Einstufung von Risikogebieten durch das Robert Koch-Institut sei eine große Herausforderung gewesen. Denn damit verbunden sind die jeweils gültigen Regelungen, die die Studierenden für ihre Anreise zu beachten haben - wie zum Beispiel ein obligatorischer Coronatest vor oder erst nach Anreise, eine elektronische Einreiseanmeldung und die Mitteilung an die Ortspolizei nach der Ankunft. "Für jemanden, der kein oder nur wenig Deutsch kann, ist das eine zusätzliche Hürde", sagt Isabel Sand.

Saar-Uni: Anteil bleibt gleich

An der Universität des Saarlandes (UdS) ist die Zahl der ausländischen Studienanfängerinnen und Studienanfängern trotz dieser Schwierigkeiten in der Pandemie nicht signifikant gesunken - zumindest nicht stärker als die Zahl der Gesamtstudierenden. An der UdS haben im Jahr 2020 insgesamt 780 ausländische Studierende ein Studium begonnen, das sind nur knapp 1,3 Prozent weniger als 2019.

Im Vergleich zum Wintersemester 2019/2020 waren 2020/2021 insgesamt 100 weniger ausländische Studierende, auch der höheren Semester, an der UdS eingeschrieben. "Dieser Rückgang entspricht ziemlich genau dem Rückgang bei den Gesamtstudierenden, sodass der Anteil ausländischer Studierenden nach wie vor bei etwa 21 Prozent liegt", erklärte ein Sprecher der Saar-Uni.

Rückgang bundesweit stärker

Die Entwicklung an der UdS entspricht damit nicht dem bundesweiten Trend, nach dem die Zahl der ausländischen Studienanfängerinnen und -anfänger im Studienjahr 2020 im Schnitt an allen deutschen Universitäten und Hochschulen sogar um 21 Prozent gesunken ist.

Den größten relativen Rückgang bei den ausländischen Studienanfängerinnen und Studienanfängern gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Bereich Geisteswissenschaften: Von den 99.400 ausländischen Erstimmatrikulierten im Studienjahr 2020 begannen 9.600 Personen ein solches Studium - das waren 42 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja