Die Notaufnahme eines Krankenhauses (Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich)

Weniger Patienten in Notaufnahmen

Nelly Theobald / Onlinefassung: Sandra Schick   17.04.2020 | 19:25 Uhr

Im Saarland gehen weniger Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Die Uniklinik in Homburg teilte mit, die Zentrale Notaufnahme verzeichne ein Drittel weniger Patienten. Auch im Klinikum Saarbrücken sind es nach eigenen Angaben bis zu 30 Prozent weniger Patienten in der Notaufnahme.

Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Schlaganfallpatienten. Die Uniklinik behandelt nach eigenen Angaben nur noch halb so viele schwere Schlaganfälle wie zuvor. Im Klinikum Saarbrücken sind es nach Klinikangaben 15 Prozent weniger schwere Schlaganfälle und 30 Prozent Rückgang bei den leichteren Schlaganfällen.

Weniger Patienten in saarländischen Notaufnahmen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 17.04.2020, Länge: 03:01 Min.]
Weniger Patienten in saarländischen Notaufnahmen

Der ärztliche Direktor der Uniklinik Wolfgang Reith teilte mit, der Rückgang der Behandlung von leichten Schlaganfällen sei eventuell darauf zurückzuführen, dass Menschen die Notaufnahmen mieden. Den Rückgang bei schweren Schlaganfällen könne man zurzeit nicht erklären. Nach Angaben der Uniklinik werden aktuell auch weniger Menschen mit Herzinfarkten behandelt.

Auch weniger Rettungseinsätze

Zahlen des saarländischen Rettungszweckverbandes zeigen, dass auch die Einsätze der Rettungsdienste um rund 15 Prozent zurückgegangen sind. Das sind rund 400 Einsätze pro Woche weniger. In der ersten Kalenderwoche des Jahres hatte es noch rund 2500 Einsätze gegeben. Jetzt sind es nur noch rund 2100 Einsätze. Vor der Corona-Krise gab es pro Woche rund 90 Einsätze wegen Schlaganfällen. Aktuell sind es rund 20 Schlaganfälle weniger.

Die Ärzte weisen darauf hin, dass gerade bei Schlaganfall- und Herzinfarktsymptomen, Menschen unbedingt ins Krankenhaus kommen sollten. Woran man einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erkennen kann, erfahren sie hier:

Ruhe bewahren und Notruf wählen
Schlaganfall und Herzinfarkt - was zu tun ist
Herzinfarkt und Schlaganfall gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Allein 2015 starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 50.948 Menschen an einem Infarkt. In beiden Fällen ist vor allem schnelles und besonnenes Handeln gefragt.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht vom 17.04.2020 berichtet.

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