Eine Hautärztin untersucht die Haut eines Patienten mit einer Lupe. (Foto: picture alliance / PantherMedia | Andrey Popov)

Weniger Saarländer gehen zur Krebsvorsorge

  23.11.2022 | 18:26 Uhr

Auch im zweiten Pandemiejahr 2021 sind im Saarland weniger Menschen zu Krebsvorsorgeuntersuchungen gegangen als vor Corona. Das zeigt eine Analyse des wissenschaftlichen Instituts der AOK. Die Rückgänge bei einigen Krebsarten seien alarmierend.

Die Saarländerinnen und Saarländer gehen seltener zur Krebsvorsorge als vor der Pandemie. Laut einer AOK-Analyse sind im Saarland im vergangenen Jahr beispielsweise 16 Prozent weniger Vorsorgeuntersuchungen für Hautkrebs durchgeführt worden als noch im Jahr 2019. Auch auf andere Krebsarten wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs wurde weniger getestet.

Video [aktueller bericht, 23.11.2022, Länge: 3:42 Min.]
Interview: Dr. Steffen Wagner, Vorsitzender der Saarländischen Krebsgesellschaft

Experte: Grund auch Bequemlichkeit

Eine Entwicklung, die mit der Pandemie zusammenhängt, erklärt der Vorsitzende der Saarländischen Krebsgesellschaft, Steffen Wagner: "Es hat sich eine gewisse Bequemlichkeit eingestellt." Das liege auch daran, dass es anfangs die Empfehlung seitens der Politik gegeben habe, nur noch in dringenden Fällen zum Arzt zu gehen.

Allerdings sei es gerade bei Tumoren besonders wichtig, dass sie frühzeitig entdeckt würden, so Wagner. In früheren Stadien könne Krebs besser behandelt werden und auch die Operationen seien weniger aufwendig.

Fortgeschrittene Erkrankungen befürchtet

Da die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen und damit auch die Chance auf eine Früherkennung zurückgegangen ist, rechnen AOK und Saarländische Krebsgesellschaft in den kommenden Monaten und Jahren mit mehr fortgeschrittenen Erkrankungen – die dann wiederum auch das Gesundheitspersonal stärker belasten.

Check-Up lohnt sich schon in jungem Alter

Steffen Wagner von der Saarländischen Krebsgesellschaft empfiehlt deshalb: Für Frauen lohnt sich eine Gebärmutterhalsvorsorge bereits ab einem Alter von 20 Jahren in Form eines jährlichen Check-Ups beim Frauenarzt. Ab 35 sei eine regelmäßige Untersuchung der Brust sinnvoll, ab 55 Jahren eine regelmäßige Mammografie.

Für Männer sei eine Prostata-Untersuchung alle zwei Jahre ab einem Alter von 45 Jahren sinnvoll, so Wagner weiter. Die Hautkrebsvorsorge (ab 35 Jahren) und die Darmkrebsvorsorge (ab 50 Jahren) sei für alle gleichermaßen wichtig – das gelte auch dann, wenn die Wartezeiten für einen Vorsorgetermin länger seien.

Weltkrebstag
Welche Krebsvorsorge zahlt die Krankenkasse?
Der internationale Weltkrebstag soll über die Krankheit aufgeklärt und für Vorsorge sensibilisiert werden. Doch wer zahlt präventive Untersuchungen? Das ist gesetzlich geregelt.

Tag der Krebsvorsorge

Um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Krebs-Früherkennung ist, haben AOK und Saarländische Krebsgesellschaft den Tag der Krebsvorsorge ins Leben gerufen: Der ist am 28. November.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 23.11.2022 berichtet.

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