Verschiedene Medikamente (Foto: stevepb/pixabay)

Saar-Ärzte verordnen weniger Antibiotika

  30.01.2019 | 12:47 Uhr

Im Saarland werden weniger Antibiotika verschrieben. Wie die Kassenärztliche Vereinigung und die Ersatzkassen mitteilten, ging der Einsatz von Oktober 2017 bis März 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 4,5 Prozent zurück.

Bundesweit sei das der deutlichste Rückgang gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Die Kassenärztliche Vereinigung nennt als Grund dafür das 2017 gestartete Projekt "Resist", mit dem über unnötige Antibiotika-Verschreibungen bei Atemwegserkrankungen aufgeklärt wird. Das Saarland ist eine von acht Projektregionen bundesweit.

Mit Blick auf das gesamte Jahr 2017 war die Zahl der Antibiotika-Verordnung bei Erkältungen in keinem anderen Bundesland so hoch wie im Saarland. Wie aus dem TK-Gesundheitsreport hervorgeht, wurde jeder dritte Saarländer bei einer Erkältung damit behandelt - bundesweit war es nur jeder Vierte.

Vermehrter Einsatz führt zu Resistenzen

Antibiotika sind Medikamente zur Behandlung von schwerwiegenden Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden. Gegen Viren sind sie jedoch wirkungslos. Werden Antibiotika unnötigerweise eingenommen, kann dies mitunter zur Bildung von Resistenzen führen. Das bedeutet: Antibiotika können dann nicht mehr wirken, weil die Bakterien gegen sie widerstandsfähig geworden sind. Nach DAK-Angaben wurden 2014 in Deutschland etwa 30 Prozent aller Antibiotika unnötig verordnet.

Video
Daniel Grandt im Interview zum Antibiotika-Rückgang
Daniel Grandt spricht im Interview mit Norbert Klein über den korrekten Umgang mit Antibiotika. Außerdem spricht er über die Risiken, die bei unkontrollierter Einnahme des Medikaments entstehen.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 30.01.2018 berichtet.

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