Verpackung mit Pillen (Foto: dpa)

Weniger ADHS-Medikamente verschrieben

red   23.01.2014 | 17:03 Uhr

Im Saarland wurden in den vergangenen Jahren immer weniger Medikamente gegen die Aufmerksamkeitsstörung ADHS für Kinder und Jugendliche verschrieben. Zwischen 2009 und 2012 sank der Verbrauch um fast acht Prozent, wie die Techniker Krankenkasse mitteilte.

Die Techniker Krankenkasse hatte eigene Arzneimittel-Daten ausgewertet. Demnach sanken der Verbrauch im Saarland um acht Prozent, in Rheinland-Pfalz um 4,3 Prozent. Den Angaben zufolge gehören die Arzneimittel zu den Psychopharmaka, fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und können Nebenwirkungen bis hin zur Abhängigkeit haben.

Vor dem Einsatz von Psychopharmaka sollten die Ursachen von ADHS genau untersucht und wenn möglich mit anderen Therapiemöglichkeiten behandelt werden, erklärte Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung im Saarland.

ADHS ist häufigste psychiatrische Erkrankung im Kinder und Jugendalter

Das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom ADHS ist die häufigste psychiatrische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die betroffenen Kinder sind motorisch unruhig und haben Schwierigkeiten, sich altersgerecht zu konzentrieren sowie ihre Impulse zu kontrollieren.

In Deutschland leiden nach Erhebungen der Krankenkasse Barmer etwa 620.000 Mädchen und Jungen in der Altersgruppe bis 19 Jahre unter der ADHS-Störung. Zwischen 2006 und 2011 erhobene Patientendaten ergaben, dass die ADHS-Rate in diesem Zeitraum um 43 Prozent angestiegen war.

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