Ein Metzger präsentiert sein Fleisch in der Frischetheke (Foto: dpa/Hendrik Schmidt)

Wenig Fleisch aus besserer Tierhaltung

  07.09.2019 | 08:30 Uhr

Weniger als zehn Prozent des Fleischangebots in Supermärkten und Discountern stammen aus deutlich besseren Haltungsbedingungen als dem gesetzlichen Mindestmaß. Das hat eine Untersuchung von Verbraucherzentralen in Deutschland ergeben. Die Verbraucherzentrale des Saarlandes fordert mehr Produkte aus besserer Tierhaltung.

Seit April kennzeichnen acht Handelsunternehmen ihre Fleischprodukte mit dem vierstufigen Siegel „Haltungsform“, das dem Verbraucher Auskunft geben soll, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben. Die freiwillige Kennzeichnung beginnt bei Stufe 1 für „Stallhaltung“ und endet bei Stufe 4 für „Premium“.

In einem nicht repräsentativen Marktcheck haben 14 Verbraucherzentralen mehr als 1600 mit dem Siegel gekennzeichnete Fleischprodukte untersucht. „Weniger als zehn Prozent des Fleischangebots waren mit Stufe 3 und 4 gekennzeichnet“, sagt Barbara Schroeter von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. „Das ist viel zu wenig und schränkt die Auswahl beim Einkauf ein.“ Für die Wahlfreiheit der Kunden sei es wichtig, dass Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch auch in den Haltungsformen drei und vier ausreichend verfügbar sind.

Wenig Transparenz

Mehr als die Hälfte des Fleischangebots sei mit der ersten Stufe gekennzeichnet und entspreche so den gesetzlichen Mindeststandards. Überwiegend sei dieses Siegel bei Schweine- und Rindfleisch zu finden. Etwa ein Drittel der überprüften Produkte seien mit der zweiten Stufe gekennzeichnet, vorrangig Geflügelfleisch. Die Anforderungen für diese Kategorie liegen nur leicht über dem Mindeststandard.

Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass es keine einheitlichen Siegel zur Kennzeichnung gibt. Rund ein Drittel der Produkte sei noch mit den alten, händlerspezifischen Labels gekennzeichnet. „Das ist nicht transparent, sondern verwirrt eher beim Einkauf“, so Barbara Schroeter. „Wenn Händler ihrer Kundschaft mehr Durchblick bieten wollen, müssen sie konsequent mit der ‚Haltungsform‘ kennzeichnen.“

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