Wasserdampf aus den Kühltürmen eines Braunkohlekraftwerkes hinter Hochspannungsmasten. (Foto: picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Umweltschutz: CO2-Steuer oder Zertifikatehandel?

Karin Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   29.07.2019 | 21:54 Uhr

Am Montag war Erdüberlastungstag. Ab diesem Tag sind alle natürlichen Ressourcen der Erde für dieses Jahr bereits aufgebraucht. Es gibt verschiedene Vorschläge, wie mit der Umwelt schonender umgegangen werden könnte, etwa die Einführung einer CO2-Steuer oder die Ausweitung des Zertifikatehandels.

Video [aktueller bericht, 29.07.2019, Länge: 2:53 Min.]
Frühester Erdüberlastungstag

Ein klarer Preis für CO2: den fordert der Wirtschaftsweise Prof. Lars Feld. Dem SR sagte er, der Emissionshandel müsse ausgeweitet werden. Für die Klimaproblematik werde eine weltweite Lösung gebraucht. Das sei nur mit dem Zertifikatehandel möglich.

Felix Matthes vom Ökoinstitut tritt dagegen für eine CO2-Steuer ein. Dem SR sagte er, es gehe darum schnell zu handeln, das sei nur mit einer Energiesteuer möglich.

Video [aktueller bericht, 29.07.2019, Länge: 3:18 Min.]
Interview mit Heike Werner über die Energieprobleme der Welt

Kritik von der Caritas

Uwe Rentmeister von der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes sagte, Klimapolitik betreffe jeden einzelnen. Sowohl beim Zertifikatehandel als auch bei der CO2-Steuer werde Tanken und Heizen teurer. Durch die steigenden Preise werde ein Umdenken einsetzen. PKW mit niedrigem Verbrauch würden dadurch attraktiver.

Klimapolitik: CO2-Steuer oder Zertifikat?
Audio [SR 3, Karin Mayer, 29.07.2019, Länge: 03:41 Min.]
Klimapolitik: CO2-Steuer oder Zertifikat?

Jutta Tremezaygues von der Sozialberatung der Caritas kritisierte die Pläne. Viele Menschen seien jetzt schon nicht mehr in der Lage die Kosten für Energie und Verkehr zu tragen. Wolfgang Edlinger von der saarländischen Armutskonferenz gab zu bedenken, dass der Staat Hilfsbedürftigen dann auch höhere Heizkosten erstatten müsse.

Greenpeace Saar informiert über Erdüberlastungstag

Ökologisch gesehen lebt die Welt auf Pump
Audio [SR 1, Christian Balser / Kerstin Mark / Julia Otten, 29.07.2019, Länge: 01:20 Min.]
Ökologisch gesehen lebt die Welt auf Pump

Anlässlich des Erdüberlastungstag gab Greenpeace Saar am Montagnachmittag in der Saarbrücker Bahnhofsstraße Tipps, wie jeder einzelne Rohstoffe sparen und den Ausstoß von CO2 vermeiden kann.

Wie Michaela Couturier von Greenpeace Saar sagte, leben wir auf Kosten der nachfolgenden Generation. Sie bezeichnet die Lage als ernst. Es gebe eine Grafik zu einzelnen Tatbeständen, wie etwa wie viel Wärme die Meere noch aufnehmen können oder wie viel CO2 die Luft noch aufnehmen kann.

Einige dieser Punkte seien bereits nah am Anschlag, andere bereits darüber hinaus. "Das heißt, dass in einigen Bereichen eigentlich schon wirklich die Hütte brennt", sagte Couturier gegenüber dem SR.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 29.07.2019 berichtet.

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