Felix Schneider beim Blutzuckertest  (Foto: Felix Schneider)

Wie gehen Betroffene mit Diabetes um?

Felix Schneider / Onlinefassung: Kristin Luckhardt   14.11.2020 | 08:00 Uhr

Weltweit, auch in Deutschland, leiden immer mehr Menschen an Diabetes. Darauf macht der Weltdiabetestag am 14. November aufmerksam. SR.de-Reporter Felix Schneider leidet an Diabetes Typ-1. Er schildert, wie er von seiner Erkrankung erfuhr und wie er damit lebt.

Weltdiabetestag

Der 14. November war der Geburtstag von Sir Frederick Banting. Er entdeckte 1922 gemeinsam mit Charles Best das Insulin. Wegen dieser Entdeckung rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den 14. November zum Weltdiabetestag aus.

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung. Bei erkrankten Menschen funktioniert der Zuckerstoffwechsel nicht mehr richtig. In Deutschland gibt es laut dem Deutschen Diabeteszentrum aktuell mehr als sieben Millionen Menschen mit der Krankheit. Pro Jahr kommen mehr als 500.000 Neuerkrankungen hinzu.

Menschen, die an Diabetes Typ-1 leiden, haben dauerhaft einen hohen Blutzuckerspiegel. Typische Symptome dafür sind extreme Müdigkeit, großer Durst und entsprechend häufiges Wasser lassen. Außerdem nehmen die Betroffenen sehr stark an Körpergewicht ab. Das hat auch Felix Schneider erlebt.


Wie geht SR.de-Reporter Felix Schneider mit seiner Diabetes-Erkrankung um?
Video [SR.de, Felix Schneider, 14.11.2020, Länge: 10:52 Min.]
Wie geht SR.de-Reporter Felix Schneider mit seiner Diabetes-Erkrankung um?


Ohne Insulin kommt keine Energie in die Organe

Um Diabetes zu verstehen, muss man den Zuckerstoffwechsel verstehen: Drei Stoffe regulieren ihn: Glukose, Glucagon und Insulin. Glukose ist eine Form von Zucker und der wichtigste Energielieferant des Körpers. Der Körper gewinnt sie zum Beispiel aus Nahrung mit Kohlenhydraten. Nach dem Essen ist die Glukose in unserem Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt an.

Dann kommt das Insulin zum Einsatz. Das Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Insulin hat im Zuckerstoffwechsel eine wichtige Funktion: Es dient als Schlüssel, der der Glukose den Zugang zu Organen, Gehirn und Muskeln ermöglicht. Ohne Insulin kommt keine neue Energie in die Organe. Durch die Wirkung des Insulins sinkt dann der Blutzuckerspiegel.

Wenn er zu stark sinkt, beim Sport beispielsweise, wird das Hormon Glucagon ausgeschüttet. Es wird ebenfalls in der Bauchspeicheldrüse produziert und ist der Gegenspieler vom Insulin. Es lässt den Blutzuckerspiegel steigen.

Unter- und Überzuckerung kann tödlich sein

Das Zusammenspiel aus Insulin, Glukose und Glucagon reguliert den Blutzuckerspiegel. Bei einem gesunden Menschen liegt er im Normalfall zwischen 60 und 140 mg/dl. Darunter ist der Körper unterzuckert, darüber überzuckert. Beides ist sehr gefährlich und kann tödlich enden.

Isst man zum Beispiel einen Burger, dann steigt der Blutzuckerspiegel an. Im Brötchen befinden sich nämlich Kohlenhydrate, die der Körper zu Glukose spaltet. Der Körper produziert Insulin, das der Glukose die Tür zu den Organen aufsperrt. Der Blutzucker sinkt wieder in den Normalbereich.

Bei einem Diabetiker funktioniert dieses Zusammenspiel nicht mehr richtig.

Diabetes Typ-2

Die bekanntesten Erkrankungen sind Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2. Diabetes Typ-2 wird vorwiegend durch falsche Ernährung und zu wenig Bewegung verursacht. Es wird zwar noch Insulin im Körper gebildet, doch das hat nicht mehr eine entsprechende Wirkung. Der Körper ist resistent gegen das Insulin, weil im Vorfeld zu viel davon ausgeschüttet wurde. Mit Tabletten, gesunder Ernährung und Sport kann man die Krankheit in den Griff bekommen.

Diabetes Typ-1

Diabetes Typ-1 dagegen ist eine Autoimmunerkrankung. Der Körper zerstört seine insulin- und glucagonproduzierenden Zellen selbst. Wenn keine Zellen mehr da sind, die Insulin produzieren, gibt es auch kein Insulin mehr im Körper. Der Blutzuckerspiegel steigt also immer weiter an, ohne dass es eine Regulierung dafür gibt. Nur etwa fünf Prozent der Diabetiker haben den Typ-1. SR.de hat mit einem Betroffenen über diese weit weniger bekannte Diabetesart geprochen.

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