Eine Tastatur, auf der "Bürgeramt" geschrieben steht. (Foto: Imago/Panthermedia/SR)

Termin bleibt bei vielen Saar-Bürgerämtern nötig

Melina Miller / mit Informationen von Lisa Krauser   30.06.2021 | 14:57 Uhr

Während in vielen Lebensbereichen coronabedingte Beschränkungen aufgehoben oder gelockert werden, ist bei einigen Amtsgängen weiterhin Geduld gefragt. Manche Bürgerämter bleiben nach wie vor bei ihren Terminbeschränkungen - andere, wie zum Beispiel in Lebach, haben dagegen wieder normal geöffnet.

In vielen saarländischen Bürgerämtern bleiben die Terminbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie vorerst weiter bestehen. Der Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, Hermann Josef Schmidt, schätzt, dass erst etwa die Hälfte der saarländischen Kommunen ihre Bürgerbüros wieder komplett geöffnet hat.

Lebach und Saarwellingen wieder offen

Einige Saar-Bürgerämter wieder ohne Termin geöffnet
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 30.06.2021, Länge: 00:48 Min.]
Einige Saar-Bürgerämter wieder ohne Termin geöffnet

Dazu zählt zum Beispiel Lebach. Und auch das Bürgerbüro in Saarwellingen ist wieder geöffnet. Dort habe man sich unter anderem deshalb dazu entschieden, weil gerade viele Bürgerinnen und Bürger ihre alten Führerscheine umtauschen müssten. Das wäre mit vorheriger Terminvergabe möglicherweise nicht schnell genug umzusetzen, sagte ein Sprecher

Von den stichprobenartig befragten größeren Städten Saarbrücken, Neunkirchen, Saarlouis, Sankt Wendel und Homburg plant allerdings lediglich Saarlouis, voraussichtlich im Juli wieder zu dem System vor Corona zurückzukehren.

Die Städte begründen ihre Entscheidung, die Terminpflicht beizubehalten, mit den geltenden Kontaktbeschränkungen. Das heißt: Nach wie vor dürfen sich im Rahmen der Corona-Verordnung des Landes nicht zu viele Wartende gleichzeitig in einem Raum aufhalten.

Verhinderung von Schlangen vor dem Amt

"Ohne die Terminvereinbarungen würde es in Stoßzeiten zu Schlangenbildungen vor dem Rathaus kommen, da wir nur eine begrenzte Anzahl an Bürgerinnen und Bürger im Foyer aufnehmen können. Dies wäre in Pandemie-Zeiten nicht zielführend", erklärt eine Sprecherin der Stadt Homburg.

Auch Neunkirchen hält an den Terminbeschränkungen fest. "Bestehende Kontakt- und Abstandsregeln setzen hier Grenzen. Der Wartebereich des Bürgerbüros bietet unter Beachtung der Abstandsregeln lediglich Platz für eine geringe Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern. Zudem kann im Bürgerbüro natürlich nicht im Home Office gearbeitet werden", begründet ein Stadtsprecher.

Aufgrund der Terminbuchung müssten die Bürgerinnen und Bürger vor Ort im Bürgerbüro deutlich weniger lang warten. Die Wartezeit liege bei rund zehn Minuten.

Zeitnahe Termine nicht immer verfügbar

Geduld ist allerdings bei der Terminfindung selbst gefragt: Nach Angaben des Sprechers ist der nächste freie Termin auf dem Neunkircher Bürgeramt aktuell erst im August verfügbar.

Man habe Verständnis für die Menschen, die nicht so lange warten könnte. Deshalb könnten auch kurzfristig telefonisch Termine vereinbart werden, die allerdings mit längeren Wartezeiten verbunden seien.

Die Stadt Sankt Wendel stellt für kurzfristige Fälle zum Beispiel Nottermine zur Verfügung, wie ein Sprecher mitteilte.

Umstellung auf Vor-Corona-Pensum

Auch in der Landeshauptstadt komme es teilweise zu langen Wartezeiten für Termine bei einem der vier Bürgerämter. Nach Angaben von Sascha Grimm, der als Verwaltungsdezernent für die Bürgerämter verantwortlich ist, liegt das auch daran, dass gebuchte Termine nicht wahrgenommen werden. "Nahezu jeder vierte gebuchte Termin verfällt leider. Die Termine werden nicht wahrgenommen, ohne dass sie vorher abgesagt werden. So können wir die Termine keiner anderen Person anbieten", erklärt er.

Allerdings habe es die Umstellung auf Termine überhaupt erst möglich gemacht, den Betrieb in den Ämtern während der gesamten Pandemie aufrechtzuerhalten. Mittlerweile würden pro Woche rund 3600 Termine abgearbeitet. Das sei das Vor-Corona-Pensum, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Seit Anfang Juni dieses Jahres arbeiten deshalb auch wieder alle Angestellten vor Ort.

Mehr Online-Dienste verfügbar

Parallel zur Umstellung auf die Terminvergabe wurde auch das Angebot von Dienstleistungen, die online erledigt werden können, im Laufe der Pandemie ausgebaut. In Saarbrücken können zum Beispiel Ummeldungen online abgewickelt oder die Neuzulassung, Umschreibung und Wiederzulassung von Fahrzeugen erledigt werden.

In Neunkirchen können seit Mitte März Eheurkunden, Geburtsurkunden und Sterbeurkunde online beim Standesamt angefordert werden. Allerdings gibt es nach wie vor viele Bereiche, in denen dies nicht möglich ist. Ein Beispiel ist ein neuer Personalausweis, da die Stadt hier an gesetzliche Vorgaben gebunden ist. In diesen Fällen müssen weiter Termine gebucht werden.

Grünschnittanlagen: Häufig kein Termin notwendig

Bei Grünschnittanlagen und Wertstoffhöfen haben dagegen viele Städte ihre Beschränkungen wieder aufgehoben. Sowohl in Neunkirchen, Homburg und Sankt Wendel als auch bei den Stellen des ZKE in Saarbrücken können die Anlagen wieder ohne vorherige Terminbuchung und negativen Coronatest aufgesucht werden.

Eine Ausnahme bildet das Kundeninformationszentrum des ZKE, wie die Stadt Saarbrücken mitteilte. Hier müssen weiterhin Termine gebucht werden.

Über dieses Thema hat auch die SR Fernsehsendung "aktuell - 18.00 Uhr" berichtet.

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