Holzfigur von Jesus (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Kirchen mahnen Zusammenhalt und Frieden an

Mit Informationen des epd   25.12.2019 | 12:11 Uhr

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat zu einem achtsamen Miteinander aufgerufen. In seiner Weihnachtspredigt im Trierer Dom sagte er am Mittwochvormittag, die Würde des Menschen sei nicht identisch mit der individuellen Leistungsfähigkeit. Die Zerissenheit der Welt war eines der Themen der Weihnachtspredigten bundesweit.

Bischof Ackermann sagte in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag, jedem Menschen komme Würde zu, unabhängig von seiner körperlichen, geistigen oder sittlichen Stärke. Außerdem mahnte Ackermann Veränderungen an. „Oft stehen Gruppen und Kräfte in ihren Anliegen gegeneinander, und so kommt eine wirkliche Veränderung kaum voran“, bedauerte er im Trierer Dom. Die Erfahrung zeige, dass positive Veränderungen dort möglich würden, „wo es Menschen gibt, die den Mut haben, voranzugehen“.

Appell für Respekt und Mitgefühl

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat in seiner Weihnachtspredigt zu Respekt und Mitgefühl aufgerufen. Er forderte dazu auf, die Kultur der Anprangerung, Empörung und Abwertung in den sozialen Medien zu überwinden. Nötig sei auch ein neuer Lebensstil, der aufhöre, die Natur zu zerstören.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, sieht in der Weihnachtsbotschaft für jeden die Möglichkeit, Gutes zu tun. So müssten etwa die Menschenwürde gegen Hassparolen verteidigt und die Ressourcen der Erde durch die Verbraucher geschont werden, sagte er in Speyer.

Geburt Jesu als leuchtendes Zeichen

Die Träume von Frieden und Gerechtigkeit sowie die Hoffnungen mit Blick auf persönliche Herausforderungen bildeten den Anfang von Weihnachten, so Schad. Die Geburt Jesu zeige, dass Gott einen Menschen geschickt habe, der „unser Licht in unserem Schmerz und in unserer Einsamkeit wurde“.

Katastrophen und Kriege seien in diesem Jahr nicht weniger geworden, so Schad. Dennoch sei die Weihnachtsgeschichte eine Rettungsgeschichte, in der die Menschen ihre Träume von einer heilen Welt, von Frieden und Gerechtigkeit erkennen könnten.

Ja zur Menschlichkeit

Weihnachten bleibe nicht folgenlos, sondern bringe Menschen in Bewegung, sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski in der Düsseldorfer Johanneskirche. In einer zerrissenen Welt, in der vieles im Dunkeln liege und nach Veränderung schreie, sei Weihnachten „Gottes Ja zur Menschlichkeit und sein Nein zur Zerstörung des Lebens“, sagte der 61-jährige Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.12.2019 berichtet.

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