Kinder spielen zwischen den Wasserfontänen auf dem Kleinen Markt in Saarlouis (Foto: B. Heitz)

Planschen an Brunnen: unbedenkliches Vergnügen?

Anne Staut   13.08.2018 | 09:29 Uhr

Mehrere Wochen herrschten im Saarland Temperaturen über 30 Grad und auch in dieser Woche soll es wieder bis zu 31 Grad warm werden. Neben der Erfrischung durch ein leckeres Eis finden vor allem Kinder in Städten auch Abkühlung an Brunnen und Wasserspielen. Der Badespaß kann dabei vielerorts, aber nicht überall bedenkenlos genossen werden.

In Saarbrücken wird das Wasser der Brunnen nach Angaben der Stadt alle 14 Tage ausgetauscht. Die Wasserqualität werde nicht überprüft. Das Baden oder Spielen an den Brunnen sei nicht verboten und im Grunde auch nicht gesundheitsschädlich. Die Eltern müssten selbst entscheiden, ob sie ihren Kindern das Spielen an den Brunnen erlauben. Trinken solle man aus den Brunnen hingegen nicht, da es sich nicht um Trinkwasser handele.

In Völklingen lädt nach Stadtangaben nur der Große Brunnen am alten Rathaus zum Spielen ein. Der Brunnen werde mit Trinkwasser gespeist. Das Wasser würde gereinigt bevor es wieder in den Brunnen einfließt. Zudem werde die Wasserqualität regelmäßig kontrolliert. Trinken sollte man das Wasser zwar trotzdem nicht, aber dem Planschen an den Brunnen stehe nichts im Wege. In den Stadtteilen Ludweiler und Lauterbach gebe es je einen Trinkwasserbrunnen. Diese seien jedoch auch eindeutig als solche gekennzeichnet.

Saarlouis reinigt mit Drei-Kammersystem

Auch am Kleinen Markt in Saarlouis steht dem Planschspaß nichts im Wege. Das Wasser in den vier größeren und zwei kleineren Brunnen wird nach Angaben des Amtes für Tiefbauwesen und Vermessung über eine Drei-Kammeranlage gereinigt, bevor es wieder in die Brunnen eingespeist wird.

Bevor die Anlage im Frühjahr in Betrieb genommen wird, werden die Leitungen gechlort. Das Amt verweist aber darauf, dass das Wasser keine Trinkwasserqualität hat und rät deshalb vom Trinken aus den Brunnenanlagen am Kleinen Markt ab.

Tägliche Überprüfung

Der Betriebshof geht auch Hinweisen von Bürgern nach. So wurde in der vergangenen Woche etwa ein unangenehmer Geruch an den Brunnenanlagen am Kleinen Markt gemeldet. Daraufhin habe der Betriebshof nach Angaben des Amtes für Tiefbauwesen und Vermessung die Brunnenanlage zwei Stunden überprüft. Dabei sei kein Problem festgestellt worden. Die Gerüche stammten nicht vom Brunnen. Bei der Stadt vermutet man, dass der Geruch von den Kanälen kommt. Da es in den letzten Wochen selten geregnet habe, seien diese sehr trocken und begännen zu riechen.

Auch der Marienbrunnen am Großen Markt wird laut Stadt jede Woche gereinigt. Auch hier hat das Wasser jedoch keine Trinkwasserqualität. Wer sich trotzdem erfrischen möchte, hat dazu die Gelegenheit an den vier Brunnen an den Marktecken. Aus ihnen fließt Trinkwasser.

In Homburger Brunnen besser nicht planschen

Anders sieht es in Homburg aus. Das Planschen an den insgesamt fünf Brunnen im Stadtgebiet ist nach Angaben der Stadt nicht zu empfehlen. Zwar würden die Brunnen immer wieder von Grobverschmutzungen befreit und auch mal mit dem Hochdruckreiniger gereinigt, aber das Wasser sei kein Trinkwasser. Zwar werde bei dem heißen Wetter etwa alle zwei Tage neues Trinkwasser nachgefüllt, die Stadt könne jedoch nicht gewährleisten, dass das Wasser nicht umkippt und eine gute Qualität behalte.

Wer dennoch Abkühlung für die Kleinen sucht, findet nach Angaben der Stadt eine Alternative im Homburger Stadtpark. Dort können Kinder am Wasserspielplatz und auf einem Piratenschiff Spielen und Planschen.

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