Wasser fliesst aus einem Wasserhahn in ein Glas.  (Foto: Imago/ Thomas Trutschel/photothek)

Tipps für den eigenen Wasserverbrauch Zuhause

  16.03.2022 | 07:33 Uhr

Mehr als 100 Liter Wasser durchschnittlich verbraucht jede Person im Saarland jeden Tag. Aber wer sorgt eigentlich dafür, dass das Trinkwasser auch sauber ist? Und enthält abgefülltes Wasser im Supermarkt weniger Schadstoffe als das Wasser aus der Leitung? Zum ARD-Thementag #unserwasser gibt es hier zahlreiche Tipps für einen bewussten Wasserverbrauch.

Wie oft macht man sich im Alltag eigentlich Gedanken über Wasser? Es kommt schon morgens aus der Dusche, brüht den morgendlichen Kaffee oder Tee auf, kommt aus der Toilettenspülung und so viel mehr.

Video [aktueller bericht, 16.03.2022, Länge: 3:27 Min.]
Tipps für den Wasserverbrauch zuhause

Pro Person kommt da einiges zusammen: Mehr als 100 Liter Wasser verbraucht jede Person im Saarland durchschnittlich jeden Tag. Zum Thementag Wasser gibt es hier viele Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um Wasser.

Direkt zu den Themen:

Tipps für Gesundheitsbewusste:

Tipps für Sauberkeit:

Tipps für Sparfüchse:


Tipps für Gesundheitsbewusste

Was ist gesünder – Leitungswasser oder abgefülltes Wasser?

Mineralwasser enthält - wie der Name vermuten lässt - viele Mineralstoffe? Nicht unbedingt, heißt es von der Verbraucherzentrale.

Die notwendige Menge an Calcium oder Magnesium nehme der Körper ohne Probleme über das Essen auf - dafür brauche es nicht unbedingt gekauftes Mineralwasser. Das Wasser aus der Leitung sei ebenso gut gegen den Durst.

Zudem werde abgefülltes Wasser aus dem Supermarkt nicht so regelmäßig kontrolliert wie das Wasser aus der Leitung, das laut Umweltbundesamt in Deutschland von "sehr guter Qualität" ist.

Ein deutlicher Unterschied wird zusätzlich noch bei der Klimabilanz sichtbar: Durch den Transport oder die Verpackung ist die Klimabelastung von Mineralwasser in Deutschland laut Verbraucherzentrale fast 600 mal höher als bei Leitungswasser.

Letztlich sei aber sowohl abgefülltes und gekauftes Wasser als auch das Wasser aus der Leitung ein gesunder Durstlöscher, betont die Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Wer sorgt dafür, dass mein Trinkwasser sauber ist?

Trinkwasser unterliegt strengen Kontrollen, daher kann es in der Regel unbesorgt getrunken werden, erklärt Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Die Grenzwerte für Krankheitserreger, chemische Stoffe, Nitrat, Pestizide oder Schwermetalle würden nur "sehr selten" überschritten.

Mittlerweile seien die Kontrollen auch schon so genau, dass man bereits Bakterien und Schadstoffe kleinster Mengen feststellen könnte: "Als würde man zwei Stück Würfelzucker im Bodensee nachweisen können", vergleicht Weimahr-Ehl.

Bis zum Hausanschluss müssen die Wasserversorgungsunternehmen dafür sorgen, dass sauberes Wasser an die Verbraucherinnen und Verbraucher gelangt. Überwacht wird die Trinkwasserqualität von den Gesundheitsämtern, und im Saarland sind diese Werte laut Verbraucherzentrale unbedenklich.

Für die Wasserqualität innerhalb des Hauses ist der Eigentümer oder die Eigentümerin verantwortlich. Seit 1973 werden dem Umweltbundesamt zufolge Bleirohre als Trinkwasserleitung zwar nicht mehr verwendet. Bei älteren Häusern könne dies aber noch der Fall sein. Bleirohre sollte man besser "direkt rausschmeißen", rät Weimahr-Ehl.

Weitere Tipps der Verbraucherzentrale:

  • War man eine längere Zeit nicht Zuhause, sollte man das Wasser zunächst eine Zeit lang laufen lassen, um eventuelle Ablagerungen aus der Leitung zu spülen. Dafür reiche die Menge von einem Glas schon aus, bis das Wasser wieder unbedenklich sei. Alternativ gelte der Richtwert: Sobald das Wasser kühl aus der Leitung kommt, ist es wieder frisch.
  • Das Sieb vom Wasserhahn sollte man regelmäßig reinigen, da sich auch dort Ablagerungen bilden können. Auch sollte der Spüllappen nicht über den Wasserhahn gehangen werden, da dieser meist viele Bakterien enthält.

Brauche ich einen Wasserfilter Zuhause?

Notwendig seien Filter aus gesundheitlicher Sicht nicht, erklärt Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale. Denn da das Trinkwasser in Deutschland flächendeckend gut überwacht sei, sei es prinzipiell schadstoffarm.

"Aus hygienischer Sicht ist von Wasserfiltern sogar abzuraten", fügt sie hinzu. Denn sind diese Filter zu lange in Benutzung oder steht das Wasser zu lange im Behälter, verkeime das Wasser eher, als dass vermeintliche Schadstoffe herausgefiltert werden.

Wer trotzdem einen Filter verwenden möchte, sollte diesen möglichst im Kühlschrank aufbewahren und regelmäßig austauschen, rät Weimar-Ehl.

Wie viel Wasser ist gesund?

Diese Frage lässt sich laut Ernährungszentrum Saar nicht einheitlich beantworten. Das sei zum Beispiel abhängig vom Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Klima, sportlicher Betätigung oder auch Erkrankungen wie Fieber oder Durchfall. Bei gesunden Menschen sei das Durstempfinden ein recht verlässliches Signal dafür, dass der Körper mehr Flüssigkeit braucht. Als allgemeinen Richtwert empfiehlt das Ernährungszentrum eine Menge von zwei Litern täglich.

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung bewegt sich die notwendige Menge, die man trinken sollte, je nach Alter zwischen rund 1,2 und 1,5 Litern.

Ist Wasser mit Geschmack unbedenklich?

Wem Wasser zum Durstlöschen zu langweilig wird, der greift vielleicht zum Wasser mit Geschmack. Doch ist das gesund? Das Ernährungszentrum Saar erklärt: Es komme ganz auf den Geschmacksträger an. Für den Geschmack sorgen nämlich häufig sogenannte Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Mannit oder Xylit. Diese Zuckeraustauschstoffe haben meist einen hohen Kalorienanteil, ähnlich wie andere zuckerhaltige Getränke.

Marken, die derzeit mit kleinen Drops werben, die das Getränk mit Geschmack und Vitaminen versetzen sollen, verwenden laut Ernährungszentrum häufig den Zusatzstoff "Sucralose". Dieser stehe im Verdacht, ab einer bestimmten Verzehrmenge das Krebsrisiko zu erhöhen.

In herkömmlichen Vitamin-Brausetabletten seien ebenfalls Süßungsmittel zu finden. "Diese Kohlenhydrate werden im Grunde nicht anders verstoffwechselt wie Zucker auch", heißt es dazu. An sich sei das innerhalb einer ausgewogenen Ernährung nicht allzu dramatisch.

"Jedoch empfehlen wir als Geschmacks- und Frischekick, das Wasser mit Tiefkühlbeeren oder frischen Limetten- oder Grapefruitscheiben aufzuwerten", geben Lena Bastian und Anne-Sophie Kann vom Ernährungszentrum als Tipp. Der Vorteil: ein "Geschmackserlebnis auf natürlich Art und Weise" - alternativ haben Kräuter oder abgekühlte Tees einen ähnlichen Effekt, so das Zentrum weiter.


Tipps für Sauberkeit

Wie vermeide ich Wasserflecken beim Putzen?

Besonders kalkhaltiges Wasser kann beim Putzen Spuren hinterlassen, zum Beispiel auf Fliesen, Spülbecken oder Armaturen. Ein Tipp der Verbraucherzentrale: Wasser mit etwas Essig beseitigt diese Flecken schnell wieder.

Was darf in den Abfluss?

Beim Wäschewaschen gerät nicht nur Dreckwasser wieder in die Abflüsse sondern auch Partikel von Mikroplastik aus der Kleidung. Chemische Putzmittel, Speisereste, Öle oder Fette sind auch nicht gerade gut für den Abfluss. Die Verbraucherzentrale rät daher dazu, genau darauf zu achten, mit welchen Verunreinigungen die Abflüsse im Haushalt belastet werden.

  • Speisereste, Öle oder Fette gehören in den Rest- oder sogar zum Sondermüll anstatt in die Toilette.
  • Wasch- und Reinigungsmittel sollten nur in geringem Maß und angepasst an den Härtegrad des Wassers genutzt werden. Besonders aggressive und chemische Reinigungsmittel seien meist gar nicht notwendig, da sie den Abfluss stark belasten. Oft reichen harmlosere Allzweckreiniger oder Hausmittel wie zum Beispiel Zitronensäure zum Entkalken.
  • Putzwasser sollte nicht in den Straßengulli entsorgt werden. Denn von dort aus gerät das Wasser meist über die Regenwasserkanalisation ungeklärt in Bäche oder Flüsse.
  • Kosmetikprodukte und Hygieneabfall sollten nicht in der Toilette entsorgt werden, sie gehören in den Restmüll.

Welche Bedeutung hat die Wasserhärte?

Die Wasserhärte gibt an, wie viel Calcium und Magnesium im Wasser enthalten sind. Je höher dieser Wert, desto härter das Wasser und desto höher der sogenannte deutsche Härtegrad des Wassers. Im Saarland liegt die Wasserhärte laut den saarländischen Wasserversorgungsunternehmen im Bereich mittel bis weich.


Tipps für Sparfüchse

Was ist günstiger - Leitungswasser oder abgefülltes Wasser?

Ein Liter Wasser aus dem Hahn kostet im Saarland etwa 0,2 bis 0,3 Cent. Der Preis für einen Liter Wasser im Supermarkt liegt in der Regel zwischen 19 und 50 Cent - somit ist das Wasser aus dem Hahn um ein Vielfaches günstiger.

Lohnen sich Wassersprudler?

Zahlreiche Trinkwassersprudler werben damit, Kosten zu reduzieren und das Schleppen von schweren Getränke-Einkäufen zu vermeiden. Was steckt hinter dem Versprechen?

Nimmt man den Preis des Marktführers, so kostet eine Gas-Kartusche für Kohlensäure etwa acht Euro und kann zwischen 50 und 60 Liter Wasser aufsprudeln. Ein Liter selbstgesprudeltes Wasser kostet somit knapp 15 Cent - und liegt damit tatsächlich unter dem Preis von abgefülltem Sprudelwasser.

Zu beachten ist hier natürlich noch der einmalige Anschaffungspreis für ein Sprudelgerät. Die Kosten hat man aber, angenommen der Sprudler kostet rund 70 Euro, schon nach einiger Zeit wieder drin. Eine Beispielrechnung: Trinkt jede Person in einem Zwei-Personen-Haushalt jeden Tag zwei Liter Sprudelwasser, ergeben sich pro Tag vier Liter und pro Monat 120 Liter Trinkwasser, die sie verbrauchen. Für Sprudelwasser aus dem Supermarkt würden sie pro Monat dann je nach Marke zwischen 22,80 Euro und 60 Euro zahlen. 120 Liter des selbst gesprudelten Wassers Zuhause kosten 17,64 Euro.

Die Kosten für ein Sprudelgerät können sich zwischen 50 Euro und mehr als dem Doppelten bewegen. Bei einem günstigen Gerät lohnt sich der eigene Sprudler unter diesen Beispielbedingungen und im Vergleich zum günstigen Wasser aus dem Supermarkt schon nach einigen Monaten.

Wie kann man im Alltag einfach Wasser sparen?

Laut den saarländischen Wasserversorgungsunternehmen verbraucht jede Saarländerin und jeder Saarländer im Durchschnitt 110 Liter Wasser jeden Tag. Um im alltäglichen Leben Wasser zu sparen, gibt die Verbraucherzentrale einige Tipps:

  • Duschen statt baden, das verbraucht in der Regel weniger Wasser.
  • Zum Blumengießen und Rasensprengen besser Regenwasser sammeln, anstatt Trinkwasser zu verwenden.
  • Auch verschiedene Geräte helfen, Wasser zu sparen: die Sparspülung bei der Toilette etwa oder ein Durchflussbegrenzer im Duschschlauch oder Wasserhahn, der dafür sorgt, dass weniger Wasser durch die Leitung fließen kann.
  • Die Waschmaschine nur laufen lassen, wenn sie ganz voll ist.


Der ARD-weite Thementag #unserWasser befasst sich mit allen Themen rund um Wasser. Zur Übersichtsseite der ARD geht es hier.

Ist es wirklich immer sinnvoll, Wasser zu sparen? Und wie sieht unser persönlicher Wasser-Fußabdruck aus? Diese Fragen beantwortet SR 3 Saarlandwelle.

ARD-weiter Thementag am 16. März 2022
#unserwasser bei SR 3 Saarlandwelle
Sauberes Wasser ist lebensnotwendig. Die Vereinten Nationen haben deshalb den Zugang zu sauberem Wasser zum Menschenrecht erklärt. Doch was bei uns so selbstverständlich aus dem Wasserhahn kommt, ist an anderen Orten alles andere als selbstverständlich. Auf einer Themenseite beschäftigt sich auch SR 3 Saarlandwelle mit verschiedenen Fragen rund um das Thema Wasser.

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