Eine junge Frau wird mit dem Impfstoff Johnson & Johnson geimpft (Foto: picture alliance/dpa/Wolfgang Kumm)

Was man nach der Corona-Impfung lieber nicht machen sollte

Melina Miller   06.06.2021 | 08:52 Uhr

Rund 49 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer haben mittlerweile die erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Bald jeder vierte ist vollständig geimpft - und viele warten auf ihren Termin. Was man nach dem Pieks beachten sollte, um dem Körper optimal bei der Entwicklung einer Immunantwort zu unterstützen, erklärt Dr. Michael Kulas.

Sport, Alkohol oder Schmerztabletten - mit einigen Dingen sollte man als "frisch" gegen Corona Geimpfter etwas vorsichtig sein, sagt der Vorsitzende des saarländischen Hausärzteverbandes, Dr. Michael Kulas. Im Saarland hat das bisher fast 480.000 Menschen betroffen, die bereits ihre erste Covid-Impfung erhalten haben.

Dabei gelten grundsätzlich die gleichen Empfehlungen wie bei anderen Impfungen auch. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Darf ich Sport machen?

Laut Michael Kulas sollte man am Tag der Impfung auf Sport verzichten. "Der Grund ist, dass der Impfstoff in den Muskel gespritzt wird. Wird dieser dann stark belastet und die Durchblutung stark angeregt, kann es zu einer Reizung kommen", erklärt der Arzt.

Ab dem nächsten Tag sei Sport dann grundsätzlich wieder möglich. Die Voraussetzung: Der Geimpfte fühlt sich fit und der Arm schmerzt nicht mehr. Wer eine starke Impfreaktion hat und unter grippeähnlichen Beschwerden leidet, sollte die Sportpause noch so lange erweitern, bis er sich wieder gesund fühlt.

Darf ich Auto fahren?

Gegen das Autofahren ist dem Experten zufolge nichts einzuwenden. "Wer sich aber in den Tagen nach der Impfung generell nicht gut fühlt oder Fieber hat, der sollte lieber zuhause bleiben."

Darf ich Alkohol trinken?

In ganz geringen Mengen sei Alkohol okay. Da das allerdings jeder Mensch anders definiere, sei Vorsicht geboten. Kulas ergänzt: "Grundsätzlich spricht nichts gegen ein Glas Wein am Abend nach der Impfung. Es sollte aber wirklich in Maßen sein."

Darf ich Schmerzmittel nehmen?

Auch gegen die Einnahme von handelsüblichen Schmerzmitteln spricht erst einmal nichts, so Kulas. "Wer nach der Impfung Schmerzen hat, kann zu den üblichen Mitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen greifen. Es gibt da keine Präferenzen, was besonders gut wirkt."

Rein prophylaktisch schon vor der Impfung Schmerztabletten zu nehmen, hält der Experte allerdings für nicht empfehlenswert: "Hier sollte man schon abwarten, ob man überhaupt Schmerzen bekommt."

Generell hält er eine "Vorbereitung" auf die Impfung für sinnlos. Man könne den Körper nicht bereits im Voraus aufputschen.

Wann sollte ich zum Arzt?

"Eine körperliche Reaktion auf die Covid-Impfung ist zunächst einmal völlig normal, wie bei anderen Impfstoffen auch. Einen Arzt sollte man dann zur Sicherheit aufsuchen, wenn die Symptome nach 48 Stunden noch nicht weg sind", sagt Kulas.

Bei den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson sollte man außerdem bei sehr starken und anhaltenden Kopfschmerzen zum Arzt gehen, um eine mögliche Thrombose auszuschließen. Auch wer neurologische Probleme wie zum Beispiel eine eingeschränkte Sicht hat, sollte das mit einem Arzt abklären.

In seltenen Fällen war es bei den Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson zu Venenthrombosen im Gehirn gekommen. Diese sind meist behandelbar, wenn sie früh genug erkannt werden.

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