Luftaufnahme der Baustelle am Ludwigsparkstadion (Foto: SR / Alexander M. Groß)

Was beim Drohnen-Flug zu beachten ist

Stephan Deppen / Onlinefassung: Axel Wagner   27.06.2020 | 12:33 Uhr

Drohnen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die kleinen Fluggeräte gibt es mittlerweile schon für relativ kleines Geld, über 400.000 sind schon in Deutschland unterwegs. Aber eine Drohne zu kaufen und einfach loszufliegen, ist dennoch nicht sinnvoll.

Drohnen: Was geht und was nicht?
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 27.06.2020, Länge: 03:01 Min.]
Drohnen: Was geht und was nicht?

Eine Drohne darf etwa nur dann genutzt werden, wenn sie weniger als zwei Kilogramm wiegt. „Wir legen Wert darauf, dass sich jeder, der eine Drohne erwirbt, bewusst wird, dass er damit am Luftverkehr teilnimmt“, sagt Manuela Fries, Leiterin des Luftfahrt-Referats im saarländischen Wirtschaftsministerium. Sie verweist insbesondere auf die Paragraphen 21a und b der Luftverkehrsordnung.

Zahlreiche Einschränkungen

Dort ist geregelt, wann eine Erlaubnis notwendig und was verboten ist. Und diese Einschränkungen machen schon deutlich, dass die Freiheit über dem Boden überhaupt nicht grenzenlos ist.

„Man darf nicht über fremde Wohngrundstücke fliegen, nicht über Bundesstraßen, Bundeswasserstraßen, Bahn-, Industrie- und Energieversorgungsanlagen“, so Manuela Fries. „Die Drohne darf nicht außerhalb der Sichtweite des Steuerers gesteuert werden, darf nicht in Natur- und Vogelschutzgebieten, nicht über Menschenansammlungen. Auch Katastropheneinsatzorte sind tabu.“

Drohnenpiloten brauchen Versicherung

Im Zweifel also vor dem ersten Flug informieren – dazu bieten sich Modellflugvereine an, und auch das Referat im Ministerium ist gern behilflich, wie Manuela Weichsel klarstellt. „Wir haben bereits im Internet zahlreiche Informationen zusammengestellt, auf die wir verweisen, aber es gibt sicherlich darüber hinaus auch Einzelfragen, die wir dann auch gerne individuell mit dem jeweiligen Nutzer besprechen.“

Ganz wichtig: Wer eine Drohne einsetzt, muss eine Luftfahrthaftpflichtversicherung abschließen. Dafür sollte man dann etwa 100 Euro im Jahr einplanen. Die meisten Drohnen werden privat eingesetzt, weniger als fünf Prozent beruflich.

Umfangreiche Vorbereitungen

Zu der kleinen Profi-Gruppe gehört Alexander M. Groß, der für den SR faszinierende Luftaufnahmen vom Saarland macht – und dafür mitunter viel Aufwand betreiben muss.

Für einen Flug über den Saarbrücker Ludwigspark etwa muss er beim Ordnungsamt der Stadt anfragen, bei der Polizei – vor dem Start und nach der Landung. Beim Hersteller der Drohne muss der Aufstieg freigeschaltet werden, denn die Drohne ist so programmiert, dass sie in der Nähe von Bundesliga-Stadien ohne Freischaltung gar nicht aufsteigen kann.

Wenige Beschwerden

Außerdem muss er noch beim Tower in Leipzig anrufen, um zu erfragen, ob der Luftraum über Saarbrücken gerade frei ist. Seit 2017 wird die Flugsicherung für Saarbrücken zentral von Leipzig aus gesteuert. „Manchmal dauert der organisatorische Aufwand im Vorfeld eines Fluges länger als der eigentliche Flug“, sagt Groß. „Aber das ist völlig in Ordnung, weil man mit Drohnen auch viel Schaden anrichten kann. Das wird damit etwas verhindert.“

Wer eine Drohne einsetzt, muss also eine Reihe von Dingen beachten. Wer einen Drohnenflug beobachtet und nicht sicher ist, ob der Flug so erlaubt ist, kann natürlich die Polizei um Aufklärung bitten. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die Akkulaufzeit einer Drohne begrenzt ist und das Flugobjekt womöglich längst verschwunden ist, wenn die Polizei auftaucht. Der Einsatz privater Drohnen, so Manuela Fries, sei aber im Saarland nicht sehr konfliktträchtig. Es gebe immer weniger Beschwerden.

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten auf SR3 vom 27.06.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja