Ein Hund liegt vor einem geschmückten Weihnachtsbaum (Foto: pixabay/jwvein)

Weshalb Tiere keine sinnvollen Weihnachtsgeschenke sind

Melina Miller   06.12.2020 | 09:00 Uhr

Egal, ob Hund, Katze oder Meerschweinchen - Tiere, die an Weihnachten verschenkt werden, lassen sich nicht einfach wie andere Geschenke umtauschen. Deshalb sollte die Anschaffung eines Lebewesens immer mit der ganzen Familie abgesprochen und geplant werden und nicht als Überraschung unter dem Weihnachtsbaum landen, warnt der saarländische Tierschutzbund.

Der einsamen Oma eine Katze schenken, damit sie etwas Gesellschaft hat oder dem Kind den Hundewelpen als Spielgefährten? Das ist laut Tierschutzbund keine gute Idee. Denn: "Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke, sondern eine Aufgabe für die nächsten zehn bis 15 Jahre, sagt Beatrice Speicher-Spengler, Vorsitzende des saarländischen Tierschutzbundes.

Verantwortung liegt bei Eltern

Vor allem Kinder unter zwölf Jahren seien noch nicht in der Lage, genug Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Eltern müssten sich aber auch bei älteren Kindern bewusst sein, dass die Pflege eines Haustieres oft an ihnen hängen bleibt, erklärt Speicher-Spengler. "Deshalb muss so eine Entscheidung vorher ausführlich mit der ganzen Familie abgesprochen werden."

Spontanentschlüsse seien nicht angebracht, betont auch Monika Ewen, Vorsitzende des Tierschutzvereins "Tiere in Not Saar". Der Verein kümmert sich in Form von privaten Pflegestellen um abgeschobene Tiere im Saarland - also auch um die Vierbeiner, die nach Weihnachten wieder abgegeben werden, wenn sich die Halter erst im Nachhinein über den Zeitaufwand und die Kosten eines Haustieres bewusst werden.

Informationsarbeit hilft

In den letzten zehn Jahren habe sich die Situation durch die geleistete Informationsarbeit schon deutlich gebessert, erklärt Speicher-Spengler. Behoben sei das Problem aber noch nicht, solange immer noch das eine oder andere Tier als Überraschung an Weihnachten überreicht werde.

Auch nach Monika Ewens Empfinden werden mittlerweile weniger Tiere an Weihnachten verschenkt als noch vor einigen Jahren. "Früher haben wir zum Beispiel häufiger Hunde bekommen, die unter dem Weihnachtsbaum gelandet sind und danach nicht mehr gewollt waren", sagt sie.

Vermittlungsstopp in Tierheimen

Speicher-Spengler hat als Vorsitzende des Tierschutzbundes einen Überblick über die saarländischen Tierheime. Viele von ihnen würden mittlerweile vor Weihnachten einen Vermittlungsstopp einlegen, um Spontanentschlüsse zu verhindern.

Und auch wenn die Anschaffung eines Haustieres von langer Hand geplant und mit allen Familienmitgliedern abgesprochen sei, sei Weihnachten kein geeigneter Zeitpunkt, um das Tier in ein neues Zuhause einzugewöhnen. "Der weihnachtliche Trubel ist nicht die ruhige Atmosphäre, die ein Tier gerade am Anfang in einer neuen Familie braucht", erklärt sie. Am besten zieht das neue Haustier also erst nach den Feiertagen ein.

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