Schild mit der Aufschrift "Diese Klinik wird bestreikt" (Foto: Daniel Naupold/dpa)

Ärzte-Warnstreik an Homburger Uniklinik

Steffani Balle   05.02.2020 | 06:43 Uhr

Am Uniklinikum des Saarlandes (UKS) haben sich am Dienstag rund 120 Ärzte dem ganztägigen Warnstreik angeschlossen, zu dem die Ärztegewerkschaft Marburger Bund aufgerufen hatte. Mehrere Stationen des UKS waren betroffen.

Unter anderem waren Klinikärzte in der Anästhesie, Psychiatrie, der Inneren Medizin und der Gynäkologie in den Warnstreik getreten. Den ganzen Tag gab es dort längere Wartezeiten und einige geplante Eingriffe wurden verschoben. 

An der zweistündigen Kundgebung am Dienstagmittag hatten sich nach Auskunft durch den Marburger Bund rund 120 Ärzte beteiligt. Sie versammelten sich vor dem Neubau der Inneren Medizin zeitgleich mit ihren Kollegen aus ganz Deutschland, die zu einer zentralen Demonstration nach Hannover gereist sind.

Video [aktueller bericht, 04.02.2020, Länge: 2:59 Min.]
Ärztewarnstreik im Saarland

Ärzte fühlen sich überlastet

Die Ärzte an den Unikliniken fühlen sich überlastet und zu wenig wertgeschätzt. 60-Stunden-Wochen seien eher die Regel als die Ausnahme. Sie fordern unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt, zuverlässige Dienstpläne und eine Begrenzung der Wochenenddienste auf maximal zwei im Monat.

Der Ärztliche Direktor des UKS, Wolfgang Reith, unterstützt die Forderung der Ärzte nach guten Arbeitsbedingungen. Nur so könne qualifiziertes Personal gebunden werden, teilte Reith auf der Internet-Seite der Klinik mit.

Bundesweit hatte der Marburger Bund insgesamt rund 20.000 Ärzte an 23 Universitätskliniken zum Warnstreik aufgerufen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.02.2020 berichtet.

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