Wasser läuft aus einem Duschkopf (Foto: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Energiesparen hat beim Warmwasser Grenzen

  29.08.2022 | 18:04 Uhr

Hausbesitzer sollten bei ihren Warmwasserspeichern die Temperatur nicht unter 60°C absinken lassen. Sonst können sich hygienisch bedenkliche Keime wie zum Beispiel Legionellen bilden. Das kann schnell gesundheitsgefährdend werden.

Steht Wasser längere Zeit bei lauwarmen Temperaturen in Speichern und Rohrleitungen, können sich hygienisch bedenkliche Keime bilden, allen voran Legionellen. Darauf weist die Verbraucherzentrale des Saarlandes hin. Bei Warmwassertemperaturen um die 60°C bestehe nach heutigen Erkenntnissen kaum eine Gefahr, dass sich diese Keime vermehren.

Nicht unter 60°C

Für Großanlagen mit einem Speichervolumen von mehr als 400 Litern und Zuleitungen, die mehr als drei Liter Wasserinhalt aufweisen, gibt es eindeutige Vorschriften, nach denen Speicher und Zirkulation auf hohen Temperaturen betrieben werden müssen. Ein- und Zweifamilienhäuser sind von diesen Vorgaben ausgeschlossen. Für sie gilt jedoch die Empfehlung, die Warmwassertemperatur nicht unter 60°C absinken zu lassen.

Wer aus Energiespargründen deutlich unterhalb dieser Temperaturen bleibt oder die Zirkulation abschaltet, riskiert grundsätzlich, dass sich Legionellen vermehren. Eine gesundheitliche Gefahr besteht allerdings immer nur dann, wenn verkeimtes Wasser – zum Beispiel beim Duschen – fein vernebelt wird und über die Atmung in die Lunge gelangt.

Das kann die Legionärskrankheit auslösen, die ähnliche Symptome aufweist wie eine Lungenentzündung. Besonders gefährdet sind alte und kranke Menschen sowie Personen mit geschwächter Immunabwehr.

Energiesparen trotzdem möglich

Trotzdem schließen sich Warmwasser und Energiesparen nicht aus. Die Verbraucherzentrale des Saarlandes empfiehlt:

  • Heizkessel prüfen: Hat der Heizkessel einen schlechten Wirkungsgrad, geht viel Energie verloren.
  • Dämmung der Leitungen prüfen: Unzureichend gedämmte Heizungs-, Warmwasser- und Zirkulationsleitungen sind ein weiterer Grund für Energieverluste.
  • Dämmung des Warmwasserspeichers prüfen: Ein schlecht gedämmter Speicher führt dazu, dass die Wassertemperatur schnell absinkt

Hausbesitzer sollten jetzt, in der heizfreien Zeit, einmal prüfen, wie hoch der Heizenergieverbrauch über einen längeren Zeitraum ist, wenn kein Warmwasser gezapft wird und wie schnell die Temperatur im Speicher absinkt, wenn nicht nachgeheizt wird – zum Beispiel über Nacht.

Heizung einstellen lassen

Sind die Verluste hoch, sollte die Heizungsanlage gewartet und die Regelung optimal eingestellt werden. Außerdem sollten alle wärmeführenden Leitungen in 100-Prozent-Stärke und lückenlos gedämmt werden – eventuell sogar mit einer zusätzlichen Dämmung für den Speicher.

Bei elektrischen Durchlauferhitzern und Gas-Kombithermen ist kaum mit hygienischen Problemen zu rechnen, wenn die Zuleitungen zu den Zapfstellen nur geringe Wassermengen beinhalten.


29.08.2021, 18:07 Uhr
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Beitrages hieß es, für Warmwasserspeicher in Ein- und Zweifamilienhäusern sei eine Mindesttemperatur von 50°C empfohlen, um Legionellen zu vermeiden. Das empfiehlt die Verbraucherzentrale des Saarlandes auch tatsächlich in ihrer Pressemitteilung vom 22.08.2022 so. Diverse andere Quellen, darunter das Umweltbundesamt, raten jedoch dazu, die Temperatur im Warmwasserspeicher auf mindestens 60°C zu halten. Daher haben wir unseren Beitrag angepasst.

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