Eine Regenbogenfahne (Foto: Pixabay / fsHH)

Ausstellung zeigt Verfolgung von Schwulen und Lesben

Leonie Rottmann   03.08.2019 | 09:19 Uhr

Vor genau zwei Jahren wurde die gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland legalisiert – wie lang und steinig dieser Weg war, zeigt seit dem 1. August die Ausstellung „Verschweigen – Verurteilen“ im Saarbrücker Rathaus. Sie erinnert an die Diskriminierung und strafrechtliche Verfolgung homosexueller Menschen in der Nachkriegszeit am Beispiel des Landes Rheinland-Pfalz.

Video [aktueller bericht, 02.08.2019, ab 17:39 Min.]
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Mit großen Transparenztafeln, Texten, Bildern und Aufzeichnungen von Zeitzeugeninterviews zeigt die Ausstellung „Verschweigen – Verurteilen“, wie Homosexuelle in der Vergangenheit verfolgt, diskriminiert und verurteilt wurden. Sie basiert auf den Forschungsarbeiten der Historiker Kirsten Plötz und Günter Grau, die die Benachteiligung der Menschen von 1946 bis 1973 beispielhaft am Land Rheinland-Pfalz veranschaulichen.     

Der Weg zur Toleranz von Homosexuellen

Die Verfolgung homosexueller Menschen hatte ihre intensivste Zeit in Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur. Aber auch nach dem Ende der Nazi-Zeit war die männliche Homosexualität durch den Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches weiterhin verboten.

„Dieser Paragraf wurde 1935 verschärft und mehrfach reformiert, bis er 1994 endgültig abgeschafft wurde“, sagt Irene Portugall vom Lesben- und Schwulenverband Saarland (LSVD Saar). 50.000 Männer wurden bis dahin verurteilt, teilweise zu bis zu zehnjährigen Freiheitsstrafen. Auch lesbische Frauen hatten in dieser Zeit mit Stigmatisierung zu kämpfen und konnten kein offenes homosexuelles und selbstbestimmtes Leben führen.

Die Wanderausstellung wird von der Arbeitsgruppe zur Erforschung der Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen veranstaltet. Sie wurde am 1. August im Saarbrücker Rathaus eröffnet und bleibt bis zum 16. August in der Landeshauptstadt.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 02.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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