Nach dem Waldbrand bei Mettlach testet Saarforst neue Aufforstungsmethoden. (Foto: SR)

Saarforst richtet Handeln nach dem Klimawandel aus

Dietmar Schellin / Onlinefassung: Axel Wagner   08.08.2019 | 20:28 Uhr

Das Saarland ist von Waldbränden in diesem Jahr bislang eher verschont geblieben. Aber in Mettlach hat es vor zwei Wochen an mehreren Stellen gebracht, entlang der Straße nach Orscholz. Was tun nach dem größten Waldbrand im Saarland seit Jahrzehnten?

Zwischen Mettlach und Orscholz waren vor zwei Wochen vier Hektar Wald abgebrannt. An mehreren Stellen war offenbar Feuer gelegt worden. 150 Feuerwehrleute haben Schlimmeres verhindert. Nun prüft Revierförster Frank Thielmann mit seinen Kollegen vom Saarforst und aus dem Umweltministerium beim Ortstermin, was zu tun ist. Die enorme Trockenheit hatte den Waldbrand erst möglich gemacht. Der Klimawandel ist auch im Saarland nicht mehr zu übersehen.

Video [aktueller bericht, 08.08.2019, Länge: 2:44 Min.]
Modellprojekt zur Aufforstung in Orscholz

Brandort als Testfeld

„Das Feuer hat unten an den Straßenbanketten den Anfang gefunden“, erklärt Thielmann die Entstehung des Brandes. Dann sei das Bodenfeuer hinaufgekrochen und habe Bäume entzündet, die dann „wie Fackeln abgebrannt“ seien. Deren Nadeln wiederum hätten die Feuerwand weitergetragen.

Video [aktueller bericht, 08.08.2019, Länge: 3:42 Min.]
Interview mit Prof. Jochen Kubiniok

Die vier Hektar sind Verlust und Chance zugleich: Man könnte einfach aufforsten. Aber das hilft dem Wald nicht. Der muss vielmehr widerstandsfähig gemacht werden für den Klimawandel. Die Zukunft könnte noch ganz andere Trockenperioden bringen.

„Wir überlegen uns natürlich, mit welchen Baumarten wir hier arbeiten“, sagt Joachim Stelzer vom Saarforst. In Randbereichen der Laubwälder will man die Natur selbst arbeiten lassen. „Dort werden wir sozusagen eine Nullfläche anlegen, um zu sehen, wie die Natur so einen Schaden repariert. Und wir werden auf der anderen Seite mit klimastabilen Baumarten, das wären hier die Eiche und die Esskastanie, wieder aufforsten.“

Keine Monostruktur schaffen

Die Feuerwehr hat verhindert, dass die Flammen sich in dichte Nadelbestände durchfressen konnten. Jetzt steht ein Versuch an, am lebenden Wald. Wird der Farn jungen Eichen eine Chance lassen? Muss das Totholz raus? Man wolle so viel wie möglich drin lassen, weil das ein Teil des Nährstoffkreislaufes sei, sagt Hubertus Lehnhausen vom Umweltministerium. „Aber uns ist auch wichtig, keine Monostruktur zu schaffen, und das ist nicht nur die Frage, ob eine einzige Baumart da vorkommt, sondern es ist auch die Frage, ob junge und alte, dicke und dünne, hohe und niedrige Baumarten vorkommen.“

Ob das Modellprojekt forstwissenschaftlich begleitet werden kann, ist noch offen. Sinnvoll wäre, die Methoden in verschiedenen Bundesländern zu vergleichen.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ im SR Fernsehen vom 08.08.2019 berichtet.

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