Durch Borkenkäfer verursachte Schäden an einem Baum. (Foto: Dirk Petry)

"Der Wald lechzt nach Wasser"

  30.04.2020 | 06:35 Uhr

Der Regen, der jetzt im Saarland angekommen ist, wird von der Pflanzenwelt dringend gebraucht. Der saarländische Wald leidet unter der Trockenheit der vergangenen Wochen. Nach Angaben des Saarforsts droht das dritte Trockenjahr in Folge.

Auch wenn es gerade grünt und blüht: Dem Wald fehlt es an Wasser
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 30.04.2020, Länge: 03:19 Min.]
Auch wenn es gerade grünt und blüht: Dem Wald fehlt es an Wasser

"Der Wald lechzt nach Wasser", sagte der Leiter des Saarforst Landesbetrieb, Hans-Albert Letter. Zuvor habe es zwar ausreichend geregnet, der März sei aber zu trocken gewesen. Darunter litten vor allem die älteren Bäume.

Die ohnehin bereits geschädigten heimischen Baumarten wie Esche, Buche, Eiche, Ahorn seien besonders betroffen, wenn sich die Trockenheit fortsetze. Erste Schäden wie beispielsweise an Baumkronen seien bereits jetzt - zum Beginn der Vegetationsperiode - sichtbar. An den Fichten habe zudem der Borkenkäfer wieder frische Schäden hinterlassen. 

Wälder leiden unter Trockenheit

Eichen werfen schon im Frühjahr Blätter ab

Außerdem beobachtet der Saarforst Revierleiter Christoph Dincher zunehmend, dass Eichen teils grüne Blätter schon im Frühjahr abwerfen. Dincher vermutet hinter dem neuen Phänomen, dass die Eichen dadurch versuchen, Wasser zu sparen.

Letter betonte, der Wasserspeicher in den oberen Bodenschichten sei derzeit gering. Daher seien die Bäume geschwächt und besonders anfällig für Schädlinge. Um den Wald zu schützen, plant der Saarforst demnach, die Holzeinschnitte im Herbst zu reduzieren. Außerdem sollen auf freien Flächen heimische Baumbestände angepflanzt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 30.04.2020 berichtet.

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