Ein Plakat hängt am Eingang des Hauptbahnhofes und informiert über das Waffenverbot im Gebäude (Foto: dpa/Oliver Berg)

Bundespolizei zufrieden mit Waffenkontrollen

  02.09.2018 | 13:23 Uhr

Nach dem Ende des Waffenverbots am Saarbrücker Hauptbahnhof hat die Bundespolizei eine positive Bilanz gezogen. Den Angaben zufolge wurden insgesamt 150 Personen zwischen Samstagnachmittag und Sonntagmorgen kontrolliert. Dabei stellten die Beamten mehrere Waffen sicher.

Von Samstagnachmittag um 15.30 Uhr bis Sonntamorgen um 6.00 Uhr war es verboten, im Gebäude des Saarbrücker Hauptbahnhofs sowie auf dem Bahnhofsvorplatz Waffen bei sich zu tragen. Zur Kontrolle dieses Waffenverbots war ein erhöhtes Aufgebot der Bundepolizei vor Ort. Die Beamten kontrollierten im Rahmen der Maßnahme insgesamt 150 Leute, von denen 23 Personen anschließend durchsucht wurden.

Dabei wurden unter anderem ein Baseballschläger, mehrere Messer, ein China-Böller und ein Schraubenzieher sichergestellt. Zwangsgelder habe sie während der in dieser Zeit geltenden Waffenverbotszone nicht verhängt. Die Bundespolizei bewertet die Aktion positiv. Durch die Kontrolle und die damit verbunde Sicherstellung der Waffen habe sie den Reisen objektive Sicherheit gebracht.

Video [aktueller bericht, 31.08.2018, Länge: 1:52 Min.]
Waffenverbotszone am Hauptbahnhof Saarbrücken

Was ist der Hintergrund dieser Maßnahme?

Allein in diesem Jahr gab es im Saarland 81 registrierte Straftaten mit einem Messer als Tatwaffe. Mehr als die Hälfte dieser Straftaten haben sich laut Schwan am Saarbrücker Bahnhof ereignet. Das hat die Bundespolizei nun als Anlass genommen, um durch das Waffenverbot ein Zeichen nach außen zu setzen. Es wurde bewusst ein Durchführungsort ausgewählt, an dem es bereits vermehrt zu bewaffneten Gewalttaten gekommen ist.

Für welche Waffen galt das Verbot?

Das Verbot bezog sich auf Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Hieb-‚ Stoß- und Stichwaffen, Reizstoffsprühgeräte, Messer aller Art sowie pyrotechnische Gegenstände. „Selbst das Mitführen eines gewöhnlichen Küchenmessers ist im Gültigkeitszeitraum nicht erlaubt“, so Schwan.

Warum galt das Verbot nur an diesem Wochenende?

Laut Bundespolizei handelte es sich bei der Aktion um eine „orts- und zeitabhängig durchgeführte, lageabhängige polizeiliche Maßnahme“ - ähnlich einer Verkehrskontrolle. Die Polizei sei nicht in der Lage, jeden Tag rund um die Uhr überall Waffenkontrollen durchzuführen. Dennoch seien während der Öffnungszeiten des Saarbrücker Bahnhofs immer rund um die Uhr Polizisten vor Ort - nur eben weniger als an diesem Wochenende. „Grundsätzlich sind wir durchaus in der Lage, die Situation zu bewältigen“, sagt Schwan.

Erste Überlegungen, solche Verbot-Aktionen auch an anderen Orten im Saarland durchzuführen, ständen zwar im Raum, seien aber noch nicht konkret geplant. Das Innenministerium prüft derzeit die Möglichkeit, dauerhafte Waffenverbotszonen im Bereich der Landeshauptstadt einzurichten. Eine dahingehende Entscheidung wird noch im Monat September 2018 fallen.


Wie wurden die Kontrollen durchgeführt?

In dem festgelegten Zeitraum war ein größeres Polizeiaufgebot mit verstärkten Einsatztruppen vor Ort und kontrollierte stichprobenartig Personen. Bei Entdeckung einer Waffe, drohte ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro. „Verstößt die gefundenen Waffe dann zusätzlich gegen das Waffenschutzgesetz, wird außerdem eine Anzeige aufgenommen“, sagt Schwan.

Gibt es Ausnahmen?

Von der Verbotsregelung ausgenommen waren Polizisten, Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettungsdienste, sowie Sicherheitsbeauftragte und Handwerker, die im Bahnhof Arbeiten verrichten. Zudem wurde jeder Einzelfall individuell betrachtet und gegebenenfalls mit dem notwendigen „Fingerspitzengefühl“ behandelt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 01.09.2018 berichtet.

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