Ein Partywagen bei einem Fastnachtsumzug (Foto: SR Fernsehen)

Wadern feiert Fastnacht traditionell

Mit Informationen von Herbert Mangold   18.02.2020 | 20:57 Uhr

Wenn am Rosenmontag der Fastnachtsumzug durch Wadern rollt, gibt es eine entscheidende Änderung: Partywagen mit großen Soundanlagen werden nicht dabei sein. Die Organisatoren wollen zurück zu den Wurzeln der Fastnacht.

Der Wagenbau bei der Waderner Karnevalsgesellschaft 1897 läuft auf Hochtouren. Bis zum Umzug am Rosenmontag muss alles fertig sein. Auch das Prinzenpaar packt mit an, beim traditionellen Prinzenwagen. „Ein schöner Faschingswagen muss als Erstes immer ein Motiv haben“, sagt Prinz Frank Barth. „Bei uns haben wir das Thema Zirkus. Da war der erste Gedanke: Wir bauen uns ein Zirkuszelt.“

Video [aktueller bericht, 18.02.2020, Länge: 3:19 Min.]
Wadern verbietet Fastnacht-Partywagen

Zirkuszelt statt Partywagen

Und so sieht der Motivwagen auch aus. Seit mehreren Wochen bauen die Fastnachter daran, mit viel Kreativität. Aber das ist Teil der Fastnachtstradition, und die will der Karnevalsverein in Zukunft noch stärker pflegen – auch mit einem neuen Umzugskonzept: Große Gespanne und dröhnende Partywagen sind nicht mehr zugelassen. Die Gründe: erhöhte Sicherheitsauflagen und die Verkürzung der Strecke, vor allem aber der Wunsch nach einem traditionellen Straßenumzug.

„Aufgrund dessen, dass an den ganzen Umzügen laute ‚Ballerwagen‘ mitgehen, melden sich die Musikvereine nicht mehr an“, meint Nadja Marmitt vom Vorstand der Karnevalsgesellschaft. „Das kann ich auch verstehen, denn man hört die Musik der Musikvereine nicht mehr.“ Auf den großen Wagen säßen die Leute nur noch drauf, hörten laute Musik und tränken viel Alkohol. Sie hätten keinen Kontakt mehr zu den Menschen an der Straße. „Das wollen wir mit unserem neuen Konzept in diesem Jahr ändern.“

„Saufgemeinschaft“ zieht nicht mit um

Für die „Saufgemeinschaft Morscholz“ ist das nicht der richtige Weg. Mit dem neuen Konzept verliere man den Kontakt zu vielen Jugendlichen. Der Wagen des Jugendclubs bleibt so wie er ist und wird statt in Wadern in Wahlen-Niederlosheim mitfahren. „Wir haben uns entschieden, dieses Jahr in Wadern nicht mitzugehen und unser Motto beizubehalten“, so Organisator Yannick Zeiß. „Wir denken, man hätte dies auch anders regeln können.“

Mit Absagen kann die Waderner Karnevalsgesellschaft 1897 gut leben. Bisher halten sie sich noch in Grenzen. Dekorativ eingerichtete Motivwagen sind weiterhin willkommen. „Das war auch so gedacht, dass diese Mitmachschwelle noch einmal abgesenkt wird“, sagt Prinzessin Linda Fox. So sollten andere Gruppen wie Kindergärten oder auch Seniorenheime animiert werden, sich einzubringen. Ob das neue Konzept funktioniert, wird sich dann am Rosenmontag zeigen.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 18.02.2020 berichtet.

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