Bambus-Kaffeebecher (Foto: dpa/Daniel Karmann)

Vorsicht vor Bambus-Geschirr

Sandra Schick   04.04.2019 | 13:01 Uhr

Das saarländische Verbraucherschutzministerium warnt vor der Nutzung von Bambus-Geschirr. In einer Untersuchung des Landesamtes für Verbraucherschutz wurden 14 von 15 untersuchten Produkten beanstandet. Sie hätten so nie verkauft werden dürfen.

Mehrweg-Becher und -Teller aus Bambus stehen im Ruf, eine umweltfreundliche Alternative zu Plastik zu sein. Doch tatsächlich ist das ein Trugschluss. Denn was die Anbieter oft verschweigen: Neben Bambus sind in den Produkten auch Kunststoffe wie Melamin- oder Formaldehydharze enthalten.

Besonders Formaldehyd ist problematisch: Unter bestimmten Bedingungen wie Hitze oder Einwirkung von Säure kann es an das Lebensmittel abgegeben werden. Erst vergangene Woche musste die Firma Depot bundesweit Bambus-Geschirr zurückrufen, weil es die zulässigen Werte an Formaldehyd überschritten hatte. Und auch in der aktuellen Unterschung des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) wurde Formaldehyd in einem Coffee to go-Becher aus Bambus gefunden. Dabei wurde die gesetzliche Höchstmenge sogar um das Zehnfache überschritten. Formaldehyd gilt als wahrscheinlich krebserregend.

Edelstahlbecher sind nachhaltiger

Doch Formaldehyd ist nicht das einzige Problem, auf das die Verbraucherschützer im Bambus-Geschirr gestoßen sind. Bei 14 der 15 untersuchten Produkte wurde die Zusammensetzung beanstandet. Sie bestehen vor allem aus dem Kunststoff Melaminharz, der lediglich Bambusfasern und Maismehl als Füllstoffe enthält. Bei zehn untersuchten Produkten war der Kunststoffanteil sogar so hoch, dass das Verbraucherschutzministerium die Produktbezeichnung "Bambusgeschirr" als "irreführend" einstuft und von "Verbrauchertäuschung" spricht.

Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale rät generell, nur Produkte zu kaufen, bei denen der Hersteller die Art der verwendeten Materialien angibt. Es gebe gute Alternativen zu Bambusgeschirr. Für den Kontakt mit Lebensmitteln und heißen Getränken empfiehlt sie Edelstahl, Glas und Porzellan. „Thermobecher haben außerdem den Vorteil, dass sie das Getränk auch warm halten.“

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