Regionalbahn (Foto: pixabay/Didgeman)

Fünf Bahnstrecken könnten wieder genutzt werden

Mit Informationen der dpa   20.05.2019 | 17:28 Uhr

Im Saarland könnten nach Empfehlung einer Studie fünf stillgelegte Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von rund 65 Kilometern reaktiviert werden. Viele Stilllegungen früherer Strecken seien aus heutiger Sicht fragwürdig.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Allianz Pro Schiene in Berlin haben am Montag in Berlin Ergebnisse ihrer Studie vorgestellt. In der Studie werden unterschiedliche Gründe für die empfohlenen Reaktivierungen genannt. Bisher vom Nahverkehr unterversorgte Regionen etwa könnten wieder erschlossen werden. Das sei bei den Strecken Lebach-Jabach-Wadern, von Merzig nach Losheim am See und der Strecke Völklingen-Walpershofen-Etzenhofen der Fall.

Stilllegungen "häufig fragwürdig"

Eine Entlastung für bestehende Verkehrswege könnte es durch die Reaktivierung der Strecke Homburg-Zweibrücken geben. Auch eine Verbindung von Saarbrücken nach Überherrn und über die Grenze nach Thionville in Frankreich könnte Entlastungen bringen. Mit dieser Strecke würde zudem eine fehlende grenzüberschreitende Verbindung hergestellt.

Bundesweit geht es um 186 Strecken und 3072 Kilometer, die reaktiviert werden könnten. Die Entscheidungen zur Stilllegung von Strecken in der Vergangenheit seien häufig fragwürdig gewesen, heißt es in dem Papier. Gerade Stilllegungen vor der Bahnreform 1994 hätten häufig dem öffentlichen Interesse widersprochen.

Zustimmung aus der Politik

Zustimmung bekommen die Autoren der Studie von der Linken-Politikerin Barbara Spaniol. „Eine Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken ist längst überfällig und sinnvoll, wie die übrigen vorgeschlagenen Strecken.“ Beispiele in anderen Bundesländern zeigten, dass der Bahnverkehr gestärkt werde, wenn stillgelegte Strecken wieder in Betrieb genommen würden.

Auch der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel fordert, stillgelegte Bahnstrecken im Saarland konsequent zu reaktivieren. „Die Landesregierung muss als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr endlich handeln und Kosten-Nutzen-Analysen erstellen lassen.“ Nur so lasse sich fundiert über mögliche Wiederinbetriebnahmen entscheiden.

Der saarländische FDP-Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic hat sich für die Reaktivierung der Bahnstrecken Homburg-Zweibrücken und Saarbrücken-Überherrn-Thionville ausgesprochen. Für beide Strecken gebe es einen ausreichenden Bedarf. "Der Investitionsbedarf bei der Bahninfrastruktur im Saarland ist riesig, wie die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der FDP gezeigt hat.“ Hier müsse dringend eine Investitionsoffensive gestartet werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 20.05.2019 berichtet.

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