Freilandhühner im Stall (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb | Rainer Jensen)

Geflügel in Perl muss in den Stall

  08.12.2021 | 11:38 Uhr

Für Geflügel in der Gemeinde Perl und im Mettlacher Ortsteil Faha gilt für mindestens 50 Tage eine Stallpflicht. Grund sind zwei Fälle von Geflügelpest bei Wildgänsen hinter der luxemburgischen Grenze.

Die luxemburgische Veterinärverwaltung hat Ende November bei zwei Wildgänsen in den Gemeinden Remich und Winterange Geflügelpest festgestellt. Um zu verhindern, dass sich die hochansteckende Tierseuche über die Grenze verbreiten kann, hat das saarländische Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) eine Stallpflicht auf der saarländischen Seite der Mosel verhängt.

Betroffen sind gewerbliche und Hobby-Geflügel-Haltungen in der Gemeinde Perl sowie im Ortsteil Faha der Gemeinde Mettlach. Die Geflügelstallpflicht tritt am Freitag, 10. Dezember, für vorerst 50 Tage in Kraft.

Video [aktueller bericht, 08.12.2021, Länge: 3:42 Min.]
Stallpflicht nach Geflügelpest-Fällen

Halter müssen auf Hygienemaßnahmen achten

Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) wies die betroffenen Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter darauf hin, dass sie die vorgegebenen Präventivmaßnahmen sorgfältig einhalten müssen. Dazu gehöre unter anderem, die Tiere in geschlossenen Ställen oder in einer Voliere mit gesicherten Seitenbegrenzungen und einer dichten Abdeckung nach oben unterzubringen.

Stallpflicht für Geflügel in Perl und Faha
Audio [SR 3, Herbert Mangold, 10.12.2021, Länge: 03:02 Min.]
Stallpflicht für Geflügel in Perl und Faha

Auch außerhalb der Schutzzone seien alle Geflügelhalter aufgerufen, verstärkt auf ihre Hygienemaßnahmen zu achten, so Jost. Die saarländischen Bürgerinnen und Bürger bat er, Funde von verendeten, wildlebenden Wasservögeln oder Greifvögeln dem LAV zu melden.

Bereits im September hatte das Gesundheitsministerium die saarländischen Geflügelhalter zu besonderer Vorsicht aufgerufen, nachdem es einen Geflügelpest-Ausbruch bei einer Hobbyhaltung mit 60 Tieren in Luxemburg gegeben hatte.

Für Vögel hochansteckend

Die Geflügelpest ist eine hochansteckende Viruskrankheit der Vögel. Infektionen mit bestimmten Typen des Virus können besonders in Nutzgeflügelbeständen zu sehr schnellen und dramatischen Krankheitsverläufen führen, die innerhalb weniger Tage mit hohen Tierverlusten einhergehen.

Eine Infektion des Menschen ist prinzipiell möglich, sie setzt jedoch einen engen Kontakt zu infiziertem Geflügel voraus. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist das Risiko auch dann als sehr gering einzuschätzen.

Weitere Informationen hat Landesamt für Verbraucherschutz in einem FAQ zusammengestellt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.12.2021 berichtet.

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